Eine neue Arbeitswelt ist möglich – unter dem Stichwort „Digital Workplace“ tun sich unendliche Möglichkeiten auf. Doch das Potential blieb bislang vielfach ungenutzt. Angesichts der Digitalisierung kommt aber kein Unternehmen umhin, sich verstärkt mit den technischen Möglichkeiten zu befassen, die unter anderem ein neues Niveau der soziale Kollaboration am Arbeitsplatz oder Methoden des Wissensmanagements bereitstellen können.

Welche Möglichkeiten es dabei gibt, und wo bereits umgesetzt wurde, was technisch machbar ist – diese Themen diskutierten beim Digital Workplace Summit 2017 in Köln zahlreiche Referenten und Referentinnen aus unterschiedlichsten Branchen mit den Teilnehmern. Der Gegensatz zwischen dem, was technologisch machbar ist, und den Hürden bei der Einführung von neuen Tools wurde nicht nur in der Abschlusskeynote von Oliver Nickels angesprochen, der seinen Ausblick auf den Digital Workplace unter der griffigen Formel „You’ll never work alone“ zusammenfasste.

Anwendungsfälle sowie Einführungsbeispiele machten beim Summit deutlich, welches Potential für Wissensmanagement, Zusammenarbeit und agile Workflows besteht, werden erst einmal die bereits technisch bestehenden Möglichkeiten ausgenutzt – und der Belegschaft schmackhaft gemacht. So stellten Esther Mitlacher und Christoph Haug von Daimler ein Projekt vor, bei dem ein 2000-seitiges Manual mit Confluence digitalisiert werden sollte. Um die Belegschaft frühzeitig einzubinden, luden die Projektmanager Mitarbeiter aus der ganzen Welt in ihre Niederlassung in Stuttgart, um die Wünsche an dieses Digitalisierungsprojekt rechtzeitig und zusammen zu ermitteln – und achteten bei der Umsetzung schließlich darauf, jenen Mitarbeitern, die sich bereits im ursprünglichen Manual auskannten, bei der digitalisierten Darstellung auch einen Mehrwert zu bieten. Die Folge: Das Projekt kam gut bei der Belegschaft an, das umfangreiche Wissen dieses Dokuments wird nun übersichtlich präsentiert und best-case-würdig mit Möglichkeiten der interaktiven Zusammenarbeit verknüpft.

Katharina Krentz konnte mit der „Working out loud“-Methode in ihrem Workshop und im Anwendungsfall über Bosch gewiss einige neue Anhänger dieser Arbeitsweise gewinnen, die darauf beruht, Arbeit in einem frühen Stadion in Netzwerken zugänglich zu machen. Bei Gernot Kühn von Microsoft ging es darum, selbstständiges Lernen in einer Organisation zu etablieren, und Martin Marx stellte die ganz grundsätzliche Frage, welche Voraussetzungen Führungskräfte mitbringen müssen, um ein digitales Unternehmen zu werden. Karina Vogelsang von der Neuen Aaargauer Bank sparte in ihrem Case über das Wissensmanagement mit Confluence nicht aus, welche Hürden auf dem Weg zu bewältigen waren. Und auch wer sich über die technischen Anbieter von Digital Workplace Lösungen informieren wollte, konnte bei den zahlreichen Vorträgen hierzu auf dem Digital Workplace Summit 2017 in Köln wertvolle Impulse erhalten.