Der aktuelle „Engagement Index 2016“ des Beratungsunternehmens Gallup deckt nicht freigesetzte Leistungspotenziale in deutschen Unternehmen auf. Die Studie zeigt, dass nur 21 Prozent der Mitarbeiter/-innen sich zu Höchstleistungen motiviert fühlen. Die emotionale Bindung der Mitarbeiter-/innen zu ihrem Arbeitgeber steht in direktem Zusammenhang zu dieser Zahl. Nur 15 Prozent weisen eine hohe emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber auf und sind dementsprechend motiviert. Ganze 70 Prozent haben eine geringe emotionale Bindung und machen Dienst nach Vorschrift. Alarmierend ist, dass 15 Prozent innerlich bereits bei ihrem Arbeitgeber gekündigt haben.

Der ermittelte Grad der Mitarbeiterbindung wirkt sich dabei unmittelbar auf wichtige Wettbewerbsfaktoren wie Produktivität und Arbeitsqualität aus, aber auch auf die Fluktuation in deutschen Unternehmen. Nach Gallup-Berechnungen kostet die innere Kündigung aufgrund schlechter Führung die deutsche Volkswirtschaft insgesamt bis zu 105 Milliarden Euro jährlich.

Diese Erkenntnis scheint noch bei wenigen Chefs angekommen zu sein, denn das Führungsverhalten direkter Vorgesetzter hat einen zentralen Einfluss auf die Mitarbeiterbindung. 97 Prozent halten sich selbst für eine gute Führungskraft, während die von Gallup veröffentlichten zahlen eine andere Realität nahelegen. Eine mögliche Erklärung ist, dass Chefs auf die falschen Motivationsinstrumente setzen. Denn Mitarbeiterbindung wird in erster Linie durch kontinuierlichen Dialog und auf individuelle Fähigkeiten und Interessen abgestimmten Mitarbeitereinsatz erzielt. Es gilt, die im Unternehmen vorhandene Sachkompetenz und verschiedene Blickwinkel im Sinne des Unternehmenserfolgs nutzbar zu machen.

Quelle: http://www.gallup.de/183104/engagement-index-deutschland.aspx