KI sorgt für Aufbruch und Verunsicherung

Mitarbeitende vor KI_Interface
Bild: KI-generiert by Canva

Eine aktuelle ARD-DeutschlandTREND-Umfrage zeigt: Viele sehen Chancen in Künstlicher Intelligenz, gleichzeitig wachsen Sorgen über Desinformation und Arbeitsplatzverlust. Für Kommunikation und Führung entsteht daraus ein klarer Auftrag.

Zwischen Fortschritt und Skepsis

Künstliche Intelligenz wird in Deutschland ambivalent wahrgenommen. Laut einer repräsentativen Umfrage von infratest dimap unter 1.316 Wahlberechtigten für den aktuellen ARD-DeutschlandTREND Anfang April, erwarten 38 Prozent, dass KI das Leben eher verbessert. Gleichzeitig gehen 45 Prozent davon aus, dass sie die Lebensqualität verschlechtert.

Die Technologie wird damit weder eindeutig als Chance noch als Risiko gesehen – sondern als Entwicklung, die beides zugleich ist. Für Unternehmen bedeutet das: Kommunikation über KI bewegt sich in einem Spannungsfeld, das sich nicht durch einfache Botschaften auflösen lässt.

Hohe Sensibilität bei Risiken

Besonders ausgeprägt sind die Sorgen rund um mögliche Nebenwirkungen. 90 Prozent der Befragten sehen ein großes oder sehr großes Risiko darin, echte und falsche Informationen nicht mehr zuverlässig unterscheiden zu können.

Auch die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt beschäftigen viele: 64 Prozent befürchten negative Folgen für Arbeitsplätze. KI wird damit nicht nur als technologische, sondern auch als gesellschaftliche Veränderung wahrgenommen.

Kommunikation muss Ambivalenz erklären

Für interne Kommunikation entsteht daraus eine zentrale Herausforderung. Es reicht nicht, KI als Fortschritt oder Effizienztreiber zu positionieren. Mitarbeitende erwarten eine realistische Einordnung – inklusive Unsicherheiten und Risiken.

Gefragt ist Kommunikation, die Chancen und Grenzen gleichermaßen benennt, konkrete Auswirkungen auf den Arbeitsalltag erklärt und Orientierung bietet, ohne zu vereinfachen. Gerade bei komplexen Technologien wie KI wird deutlich: Vertrauen entsteht nicht durch positive Narrative, sondern durch nachvollziehbare Einordnung.

Führung schafft Orientierung im Umgang mit KI

Auch Führung wird stärker zur Kommunikationsaufgabe. Wie KI im Unternehmen wahrgenommen wird, entscheidet sich nicht an Strategiepapiere, sondern im direkten Austausch.

Gleichzeitig braucht es konkrete Maßnahmen, um Unsicherheit abzubauen: Schulungen und Lernformate, klare Ansprechpersonen für Fragen im Team, regelmäßigen Austausch zu neuen Entwicklungen sowie verbindliche Leitlinien für den Einsatz von KI. Solche Strukturen helfen, aus abstrakten Diskussionen konkrete Handlungsfähigkeit zu entwickeln.

Was das für interne Kommunikation bedeutet

Für interne Kommunikation heißt das: KI-Kommunikation darf sich nicht darauf beschränken, neue Tools zu erklären. Sie muss auch sichtbar machen, wie Unternehmen mit Risiken umgehen, welche Regeln gelten und wo Mitarbeitende Unterstützung bekommen. Gerade weil viele Menschen Chancen und Sorgen gleichzeitig sehen, braucht es regelmäßige Formate für Fragen, klare Richtlinien und Ansprechpersonen, die Orientierung im Alltag geben.

Quelle:
ARD-DeutschlandTREND April 2026, Infratest dimap im Auftrag von ARD-aktuell
https://presse.wdr.de/plounge/tv/das_erste/2026/04/20260401_deutschlandtrend_ki.html

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