Studie: Welche Inhalte auf LinkedIn besonders gut performen
Eine aktuelle Studie analysiert die Erfolgsfaktoren auf LinkedIn. Für Kommunikator*innen wird klar: Sichtbarkeit entsteht nicht nur durch Formate – sondern durch Inhalte, die Klicks, Gespräche und Weiterverbreitung auslösen.
LinkedIn misst mehr als Likes und Kommentare
LinkedIn bleibt für Unternehmen, Kommunikator*innen und Corporate Influencer ein zentraler Kanal. Doch woran lässt sich Erfolg auf der Plattform eigentlich messen? Die LinkedIn-Studie 2026 von Metricool zeigt: Sichtbare Kennzahlen wie Likes, Kommentare und Shares erzählen nur einen Teil der Geschichte.
Für die Untersuchung wurden 673.658 Beiträge von 63.108 LinkedIn-Konten analysiert. Der Vergleich umfasst Unternehmensseiten und persönliche Profile sowie den Zeitraum Januar bis Februar 2025 und 2026.
Ein zentrales Ergebnis: Auf Unternehmensseiten sind klassische Interaktionswerte teilweise rückläufig. Kommentare gingen im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent zurück, Likes um 13 Prozent, Shares um 11 Prozent. Gleichzeitig stiegen Klicks um 5 Prozent, das Engagement legte um fast 14 Prozent zu.
Die Studie spricht hier von „unsichtbaren Interaktionen“: Wenn Nutzer*innen durch ein Karussell klicken, ein Video ansehen oder einem Link folgen, wird das nicht immer öffentlich sichtbar – fließt aber in die Bewertung des Beitrags ein. Für Kommunikator*innen heißt das: Performance sollte nicht allein an Likes oder Kommentaren gemessen werden.
Persönliche Profile starten Gespräche
Besonders deutlich wird die veränderte Plattformlogik beim Vergleich von Unternehmensseiten und persönlichen Profilen. Beide erreichen im Durchschnitt ähnlich viele Impressionen pro Beitrag. Persönliche Profile erzielen jedoch 63 Prozent höheres Engagement als Unternehmensseiten.
Noch stärker zeigt sich der Unterschied bei Kommentaren: Persönliche Profile erhalten laut Studie 237 Prozent mehr Kommentare pro Beitrag. Unternehmensseiten hingegen werden deutlich häufiger geteilt – Metricool spricht von fast 15-mal häufiger.
Für Kommunikationsverantwortliche ist das ein wichtiger Befund. Unternehmensseiten bleiben relevant, wenn es um Verbreitung, Verlässlichkeit und offizielle Sichtbarkeit geht. Persönliche Profile sind dagegen stärker dort, wo Austausch entstehen soll – etwa bei Corporate Influencern, Führungskräften oder Expert*innen aus dem Unternehmen.
LinkedIn-Kommunikation funktioniert damit nicht nach dem Prinzip „Unternehmensseite oder persönliches Profil“. Erfolgreicher ist das Zusammenspiel: Die Marke schafft Orientierung und Reichweite, Personen schaffen Nähe und Gesprächsanlässe.
Formate bleiben wichtig – aber nicht allein
Auch bei den Formaten zeigt die Studie deutliche Unterschiede. Bilder sind auf Unternehmensseiten mit 49,5 Prozent das meistgenutzte Format, Videos folgen mit 24,74 Prozent. Karussells machen dagegen nur 7,58 Prozent der Beiträge aus.
Gerade darin liegt Potenzial: Karussells erhalten laut Metricool elfmal mehr Interaktionen als Bilder, obwohl Bilder deutlich häufiger gepostet werden. Beiträge mit mehreren Bildern und Karussells erzeugen mehr Impressionen, Interaktionen und Engagement als viele Standardformate.
Fragen bringen mehr Antworten
Ein weiterer Hebel ist der Gesprächsanstoß. Beiträge mit einer Frage erhalten laut Studie 77 Prozent mehr Kommentare als der Plattformdurchschnitt. Noch etwas stärker wirken direkte Aufforderungen zum Kommentieren: Sie führen zu 80 Prozent mehr Kommentaren.
Für Kommunikationsverantwortliche ist das weniger ein Trick als ein Hinweis auf gute Anschlussfähigkeit. Wer Diskussionen möchte, muss einen konkreten Einstieg anbieten. Allgemeine Botschaften erzeugen selten Austausch – präzise Fragen, klare Positionen oder nachvollziehbare Perspektiven dagegen schon.

Was das für Kommunikation bedeutet
Die Metricool-Studie zeigt: LinkedIn belohnt nicht einfach nur bestimmte Formate oder Hashtags. Sichtbarkeit entsteht dort, wo Inhalte Handlungen auslösen – klicken, wischen, kommentieren, teilen. Für Unternehmen wird die Plattform damit strategischer, aber auch anspruchsvoller.
Kommunikator*innen sollten deshalb nicht nur fragen, was veröffentlicht wird, sondern auch: Über welchen Absender? In welchem Format? Mit welchem Gesprächsanlass? Und mit welchem Ziel?
Für Unternehmenskommunikation, interne Kommunikation und Corporate Influencer heißt das: Die Unternehmensseite bleibt wichtig für offizielle Botschaften und Reichweite. Persönliche Profile sind stärker im Dialog. Und gute Inhalte müssen so aufbereitet sein, dass sie nicht nur sichtbar sind, sondern auch eine Reaktion ermöglichen.
Die LinkedIn-Studie 2026 von Metricool basiert auf der Analyse von 673.658 Beiträgen aus 63.108 LinkedIn-Konten weltweit. Betrachtet wurden Unternehmensseiten und persönliche Profile im Zeitraum Januar bis Februar 2025 und 2026. Die Ergebnisse werden überwiegend als Durchschnittswerte dargestellt; Accounts wurden nach Follower-Größe gruppiert.
