Zwischen Nachrichteninteresse und Nachrichtenvermeidung

Wieviele Nachrichten konsumiert Deutschland? Aktuelle Studien zeigen ein Spannungsfeld, das auch für die interne Kommunikation relevant ist.
Deutschland gilt als nachrichtenaffin: Laut der aktuellen Stagwell-Studie „Future of News“ verfolgen 81 % der Erwachsenen aktiv Nachrichten, 35 % gelten als „News Junkies“. Diese Gruppe ruft Nachrichten im Schnitt 7,2-mal täglich ab und liest etwa 10,3 Artikel pro Tag. Die Erhebung wurde gemeinsam mit Axel Springer, Teads und The Trade Desk durchgeführt und basiert auf 11.282 Befragten in Deutschland.
Gleichzeitig zeigt der Reuters Institute Digital News Report (Deutschland-Auswertung durch das Leibniz-HBI) eine andere Entwicklung: Die Nachrichtenvermeidung bleibt hoch und ist 2025 weiter gestiegen. 71 % der Befragten in Deutschland geben an, Nachrichten zumindest gelegentlich aktiv zu vermeiden (2024: 69 %). Der wichtigste Grund ist die negative Wirkung auf die Stimmung (48 %). Dazu kommen Kriegs- und Konfliktberichterstattung sowie Erschöpfung durch die Nachrichtenmenge.
Schon 2024 war dieses Spannungsfeld sichtbar: 41 % der Befragten sagten, dass sie sich von der Menge der Nachrichten erschöpft fühlen (2019: 26 %). Gleichzeitig blieb die Nutzung insgesamt hoch.
Für die interne Kommunikation ist genau diese Gleichzeitigkeit relevant: Menschen sind nicht automatisch desinteressiert, wenn sie sich zurückziehen – häufig sind sie schlicht überlastet. Für IK heißt das: weniger reine Sendelogik, mehr Orientierung. Also Prioritäten setzen, Kontext geben und Inhalte so aufbereiten, dass sie im Arbeitsalltag entlasten statt zusätzlich zu belasten.
Hintergrund: Die „Future of News“-Studie stammt von Stagwell in Kooperation mit Axel Springer, Teads und The Trade Desk aus dem Februar 2026. Sie ist vor allem im Kontext von Werbung in News-Umfeldern (Brand Safety) einzuordnen.
Der Kontrast dazu kommt aus dem Reuters Institute Digital News Report, einem zuletzt 2025 erhobenen internationalen Vergleich, dessen Deutschland-Ergebnisse vom Leibniz-HBI veröffentlicht werden.
