Edelman Trust Barometer 2026: Vertrauen verschiebt sich in Unternehmen

Edelman Trust Barometer 2026 mit gesellschaftlichen Motiven
Grafik: Edelman

Der neue Trust Barometer zeigt: In Deutschland bleibt das Vertrauen in Politik und Medien niedrig. Orientierung entsteht zunehmend im Arbeitsumfeld – durch Führung und interne Kommunikation.

Das Vertrauen in gesellschaftliche Institutionen bleibt in Deutschland auf niedrigem Niveau. Der Edelman Trust Barometer 2026 weist für Deutschland einen Trust Index von 44 Prozent aus. Damit liegt das Land deutlich unter dem globalen Durchschnitt von 57 Prozent. Vor allem Politik und Medien gelingt es weiterhin nur begrenzt, Vertrauen aufzubauen.

Gleichzeitig zeigt die Studie eine klare Verschiebung: Vertrauen entsteht dort, wo Menschen es konkret erleben. Unternehmen und Arbeitgeber schneiden deutlich besser ab als andere Institutionen. Rund drei Viertel der Beschäftigten in Deutschland geben an, ihrem Arbeitgeber zu vertrauen. Der Arbeitsplatz wird damit zu einem zentralen Ort für Orientierung und Verlässlichkeit.

Diese Entwicklung fällt in eine Zeit wachsender gesellschaftlicher Spannungen. Viele Menschen ziehen sich stärker in ihr unmittelbares Umfeld zurück und begegnen anderen Sichtweisen mit Zurückhaltung. Der Trust Barometer spricht hier von einer ausgeprägten Skepsis gegenüber Menschen mit anderen Wertvorstellungen – ein Befund, der auch Organisationen betrifft.

Für Kommunikation und Führung hat das spürbare Folgen. Interne Kommunikation wird dort relevant, wo sie Zusammenhänge herstellt, Entscheidungen erklärt und Unsicherheit einordnet. Gefragt ist weniger die bloße Verbreitung von Informationen als deren verständliche Einordnung in einen größeren Kontext – etwa bei Transformation, wirtschaftlichem Druck oder dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz.

Auch Führung rückt stärker in den Fokus. Vertrauen entsteht laut Studie vor allem dort, wo Führung nachvollziehbar kommuniziert, Haltung zeigt und Dialog ermöglicht. Führungskräfte prägen damit maßgeblich, wie glaubwürdig Unternehmen intern wahrgenommen werden – nicht zuletzt in Zeiten, in denen externe Orientierungspunkte an Wirkung verlieren.

Hinzu kommt eine ausgeprägte Zukunftsskepsis. Nur eine Minderheit der Befragten in Deutschland glaubt, dass es der nächsten Generation einmal besser gehen wird. Der Erwartungsdruck auf Organisationen steigt damit weiter: Sie sollen Stabilität vermitteln und Perspektiven aufzeigen – im Alltag, nicht auf abstrakter Ebene.

Der Edelman Trust Barometer 2026 zeigt damit deutlich: Vertrauen verschiebt sich. Für Unternehmen bedeutet das eine wachsende Verantwortung – insbesondere für Führung und interne Kommunikation.

Zentrale Zahlen für Deutschland:

  • nur rund ein Drittel glaubt, dass es der nächsten Generation besser gehen wird
  • 44 % Trust Index in Deutschland (global: 57 %)
  • rund 75 % Vertrauen in den eigenen Arbeitgeber
  • unter 50 % Vertrauen in Politik und Medien
  • 70 % weltweit mit zurückhaltender Haltung gegenüber Andersdenkenden

Die Ergebnisse des Edelman Trust Barometers decken sich mit Befunden aus dem Trendmonitor Interne Kommunikation 2026. Auch dort zeigt sich: Interne Kommunikation wird zunehmend daran gemessen, ob sie Orientierung bietet, Führung unterstützt und Mitarbeitende durch Phasen von Veränderung begleitet. Die Studie beleuchtet, welche Erwartungen Kommunikationsverantwortliche aktuell sehen – und wo interne Kommunikation an Wirkung gewinnt oder verliert.

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