Denken Sie, dass Planung, Ideation, Produktion, Distribution und Analyse im Content-Marketing die größten Herausforderungen sind? Mhm, verfehlt. Denn der Content-Wettbewerb wird immer größer, die digitalen Kanäle vielfältiger und Menschen wählerischer. Um mit diesen Veränderungen Schritt halten zu können, beginnen Sie besser damit, Content als Geschäftsstrategie zu behandeln – und nicht nur als eine Marketing-Maßnahme.

Mit dem Wunsch nach einer neuen Website, einem wirksamen Social-Media-Kanal oder informierendem Intranet beginnen die Überlegungen, welcher Content erstellt werden könnte. Fataler Fehler erst über Inhalte nachzudenken, wenn die Behälter, in die er gefüllt werden soll, schon definiert sind. Denn Content ist nicht nur gutes Storytelling – sondern zugleich Agendasetting, Thought Leadership, Datenkompetenz, Content-Management und SEO in einem. Das heißt, es verdient genauso einen strategischen Ansatz, Ressourcen und Technologien wie jede andere strategische Funktion in Ihrem Unternehmen. Content ist nicht mehr nur eine Marketing-Chance, er ist ein unternehmerischer Wettbewerbsvorteil, der unerlässlich ist. Drei Grundpfeiler können für Höchstleistungen sorgen und Sie unterstützen: Kraft, Ausdauer und Agilität.

Kraft: Die Basis von nachhaltigem Content Marketing

Fitnessexpert*innen wissen aus gutem Grund: Starkes Zentrum, starke Leistung. Genauso ist es beim Content-Marketing auch. Die Kraft gebende Core-Muskulatur ist in diesem Fall ein starker strategischer Kern, erzählerisch festgehalten in einer Markenstory. Denn wenn Unternehmen oder Marken wissen, wer sie sind und was sie einzigartig macht, können sie erst wirksam von sich erzählen. Um nicht im Einheitsbrei unterzugehen, sollten Marken in einer Content-Marketing-Strategie festhalten, was sie differenziert: Wofür stehen sie? Wohin wollen sie sich entwickeln? Wie kann das Realität werden? Darauf braucht es Antworten!

Genauso sollten Unternehmen aber auch ihre Stakeholder kennen: Denn gutes Content-Marketing braucht Mut, ganz persönlich und nahbar zu senden. Es braucht Marken, die sich ernsthaft mit den Bedürfnissen, Plänen, Träumen und Zielen ihres Publikums auseinandersetzen wollen. Kennen Sie die Antwort, wie Sie oder Ihr Unternehmen Ihrer Zielgruppe auf eine Art weiterhelfen kann, die sonst niemand bietet? Genau das sollten Sie erzählen. Denn dann haben Sie einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil, um Ihre Unternehmensziele zu erreichen: Eine Kommunikation, die durch die Identität Ihrer Marke einzigartig ist und an Stärke und Authentizität gewinnt – nach innen und außen.

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Ausdauer: Jeden Tag aufs neue Höchstleistung erbringen

Wer Kraft hat, kann auch Ausdauer trainieren – und jeden Tag beweisen. Der Trainingsplan dafür ist die Content-Strategie. Sie ist der organisatorische Rahmen und beschreibt, wie die Inhalte nun abteilungsübergreifend geplant, erstellt, eingesetzt und gemessen werden. Der Fokus liegt hierbei auf einer konsistenten Kommunikation, ausgerichtet an den Unternehmenszielen unabhängig von Kanälen oder Inhaltstypen, die können nämlich kommen und gehen.

Damit Ihnen in diesem Marathon nicht die Puste ausgeht, gehen Sie Schritt für Schritt vor. Fragen Sie sich zuerst: Wie viele Menschen und Abteilungen betreiben eigentlich Kommunikation in meinem Unternehmen? Allen sollte die Content-Marketing-Strategie und damit die Markenstory bekannt sein. Achten Sie also darauf, dass die Markenstory kein Marketing-Blabla ist, sondern schnell verständlich, eingängig, nachvollziehbar und somit anwendbar ist. Dann wird es leicht sein, Themen zu entwickeln, zu denen Ihr Unternehmen auch relevante Beiträge erstellen kann. Die sinnvollen Formate und geeigneten Touchpoints folgen dann – anhand von Daten, Zielgruppenkenntnissen und -vorlieben. Denn Menschen wollen dort abgeholt werden, wo sie am besten erreichbar sind.

Bedenken Sie jedoch zum Schluss: Wenn Content zur Geschäftsstrategie gehört, ist es unerlässlich, Erfolge zu messen. Warten Sie also nicht, bis Sie auf „Veröffentlichen“ geklickt haben, um eine Analyse zu planen. Spätestens sobald Formate und Kanäle festgelegt sind, sollte Ihnen klar sein, mit welchen KPIs Sie die Zielsetzung des Contents erfassen können. Zuvor – auch auf die Gefahr, mich zu wiederholen – sollten Sie wissen, auf welches strategische Ziel Ihr Content einzahlt und wie Sie das messen können.

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Agilität: Immer wieder neu denken

Bei den skizzierten Anforderungen an Kraft und Ausdauer ist klar: Es gibt kein Schema F im Content-Marketing. Das heißt, es benötigt ein hohes Maß an Flexibilität und geistiger Beweglichkeit. Jeder, der an Content-Planung und -Produktion beteiligt ist, muss sich aufs Hinterfragen, Verändern, Über-den-Haufen-Werfen einlassen können. Gibt es beispielsweise einen neuen Hype (Erinnern wir uns an Clubhouse?) oder neue Formatmöglichkeiten (Reels mit 90 Sekunden?), dann sollte umgedacht und nicht starr am Redaktionsplan festgehalten werden. Eine Portion Neugier motiviert und fördert Kreativität – bei den Content-Erstellenden und zu Erreichenden. Viel Spaß beim Loslaufen!

Autorin

Stefanie Wille

Stefanie Wille ist freie Kommunikationsberaterin und seit mehr als 15 Jahren kommunikative Kraft im digitalen Umfeld. Die Content- und Strategieexpertin mit journalistischer Ausbildung und fundierter Digital-, Technologie- und Marken-Kompetenz weiß aus Erfahrung, dass Klarheit über die (Business-)Ziele und ein Fokus auf die eigene Einzigartigkeit jede*n stark für den Content-Marathon macht.

 

 

 

Artikelbild: Unsplash