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Menschen folgen Menschen: Mitarbeiterbindung durch Achtsamkeit

Menschen folgen Menschen: Mitarbeiterbindung durch Achtsamkeit
Bild: Unsplash

Wertschätzung ist ein menschliches Grundbedürfnis, das durch achtsame Kommunikation befriedigt werden kann. In vielen Unternehmen gehört Achtsamkeit immer noch in die Esoterik-Schublade, für die bei Kosten-, Produktions,- und Vertriebsdruck wenig Zeit ist. Jon Kabat-Zinn hat die Achtsamkeitspraxis für die westliche Welt salonfähig gemacht und Grundhaltungen definiert, die viele Unternehmen in der Mitarbeiterführung auf das nächste Level heben könnten.

Fehlende Wertschätzung und mangelnde Sichtbarkeit gehören heute zu den Top 3 Gründen, warum Arbeitnehmer*innen innerlich kündigen, ihr Unternehmen verlassen oder nur noch mit angezogener Handbremse ihre Themen vorantreiben. Die Motivation und Leistung der Mitarbeitenden lässt schleichend nach und steht im worst case gar nicht mehr zur Verfügung.

Führungskräfte stehen unter Beobachtung

Führungskräfte unterschätzen immer wieder die Wichtigkeit ihres eigenen Kommunikationsverhaltens und dessen Einfluss auf ihre Teams. Kommunikation wird mit der Weitergabe von sachlichen Informationen und Arbeitsaufträgen als voll erfüllt betrachtet und weniger mit der sozial-emotionalen Beziehungspflege zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden in Verbindung gebracht. Diese zwischenmenschliche Bindung ist es aber, die letztlich ausmacht, ob Mitarbeitende sich an ein Unternehmen gebunden fühlen oder auch nicht. Menschen folgen Menschen – nicht nur auf TikTok, Instagram und LinkedIn, sondern auch in der unternehmerischen Realität, die nunmal einen großen Teil des Lebens zwischen 20 und 67 ausmacht.

Unternehmen, die eine achtsame und menschenzentrierte Unternehmenskultur pflegen, werden im War for Talents eher einen Wettbewerbsvorteil haben. Wie gelingt wertschätzende Kommunikation in einer schnelllebigen Welt, in der eine rasante Informationsweitergabe und -aufnahme das A und O ist?

Wertschätzende Führung durch Achtsamkeit

Achtsamkeit hilft, Stress abzubauen, Selbstfürsorge zuzulassen, Empathie zu entwickeln, Gesundheit und Wohlbefinden in den Vordergrund zu rücken und einen bewussteren Lebensstil im Hier und Jetzt zu leben. Wer sich nach den achtsamen Grundhaltungen von Jon Kabat-Zinn ausrichtet, wird nicht nur einen positiven Effekt bei sich selber feststellen, sondern auch in der Interaktion mit seinen Mitmenschen. Führungskräfte, die ein Bewusstsein für Achtsamkeit entwickeln, tragen damit in Summe einen großen Anteil an einer wertschätzenden Mitarbeiterführung und Unternehmenskultur bei.

Die 7 Grundhaltungen der Achtsamkeit von Jon Kabat-Zinn lassen sich für eine wertschätzende Kommunikation als Führungskraft mit Mitarbeitenden im Unternehmensalltag übersetzen:

  1. Den Anfängergeist bewahren: Das Team und die Mitarbeitenden kann man immer wieder neu entdecken. Diese Haltung kann helfen, mehr und auch Neues über sein Gegenüber selber und seine Beweggründe und Herangehensweisen zu erfahren. Im schnelllebigen Konzernalltag sind Führungskräfte darauf getrimmt, im Vorfeld schon Abläufe auszumalen, Ziele festzusetzen und Muster zu antizipieren. Den Dialog mit offenen Fragen erforschend zu führen, zeigt echtes Interesse, welches spürbar wird. Mitarbeitende, deren Ideen zur Aussprache kommen dürfen und die gehört werden, wachsen.
  2. Sich in Geduld üben: Wenn ein Meeting das nächste jagt wird die eigene Geduld schnell auf die Probe gestellt. Mit der Haltung sich ganz im Hier und jetzt auf den Moment des gegenwärtigen Meetings einzustellen kann helfen, die eigene Präsenz zu stärken und dadurch die Wahrnehmung und Sichtbarkeit der Gesprächspartner*innen zu erhöhen. Eine gerade vergangene Diskussion zu verarbeiten oder die Agenda des nächsten Meetings schon gedanklich zu erfassen, lässt wenig Platz für die Gegenwart. Geduldig sein bedeutet, Acht geben, was im gegenwärtigen Moment wirklich beeinflussbar ist und welche Gedanken warten müssen.
  3. Akzeptanz: Nichts ist heute so sicher wie der permanente Change und unzählige Veränderungsprogramme begleiten den Unternehmensalltag. Sie müssen verstanden, mitgegangen und akzeptiert werden. Es ist Führungsaufgabe, die direkten Mitarbeitenden auf diesem nicht immer leichten Weg zu begleiten. Das heißt für Führungskräfte auch, es muss ein Umgang mit Widerständen, mit Trauer und auch Wut gefunden werden. Hier kann eine positiv vorgelebte Haltung der Akzeptanz mitnehmend sein. Zuversicht ausdrücken, dass gemeinsam ein Umgang mit dem gefunden wird, was nun neu oder anders ist in der Organisation. Gemeinsam nach vorne blicken, Veränderungen besprechen und erklären und sich dann neu ordnen statt Zeit mit Auf- und Ablehnung zu verbringen.
  4. Vertrauen: Vertrauen hat auch immer mit Zutrauen zu tun – für sich selber und andere. Vertrauen in die Stärken eines Mitarbeitenden beflügelt zu Selbstvertrauen und mehr Leistung. Vertrauen schafft Sicherheit. In einer sicheren Umgebung kann persönliche Weiterentwicklung gedeihen
  5. Nicht-Urteilen: Permanentes Bewerten und Beurteilen prägt den Geist und die Gedanken und hat damit unmittelbare Auswirkung auf das eigene Kommunikationsverhalten und Handeln gegenüber Mitarbeitenden. Das bewusste Einnehmen der Rolle des neutralen Beobachters ist ein Vehikel, um gerade in konfliktreichen Gesprächen oder der Moderation von Diskussionen im Team den offenen Dialog zuzulassen und zu beobachten, was im Innen und Außen der Beteiligten geschieht und deren Perspektiven transparent zu machen.
  6. Loslassen: Veränderungen kommen und gehen. Stets und ständig ist eine Adaption an neue Herausforderungen und Chancen gefragt. Die Taktung wird immer enger, nicht jeder Pfad kann nachverfolgt und jede Aktion kontrolliert werden. Loslassen bedeutet, auch mal laufen lassen. Loslassen bedeutet auch, Aufgaben und Entscheidungsfreiheiten auf mehrere Köpfe zu verteilen. Ein offenes Bekenntnis des eigenen Loslassens kann andere beflügeln, ihre Kompetenzen und Expertise genau an dieser Stelle einzusetzen.
  7. Nicht-Streben: Unternehmensziele müssen verfolgt werden und als Führungskraft gilt es, diese im Blick zu behalten. Doch gerade im getriebenen Unternehmensalltag kann die Konzentration auf das Hier und Jetzt die Qualität der Kommunikation mit Mitarbeitenden beeinflussen. Wer immer wieder den Fokus auf seine Mitarbeitenden richtet und diese ganzheitlich sieht und wahrnimmt, wird in Summe mehr Einsatz und Energie für die Erreichung von Zielen freisetzen.

Die Grundhaltungen der Achtsamkeit von Jon Kabat-Zinn sind beschrieben in  seinem Buch „Gesund durch Meditation“. Gesund sein und Wertschätzung sind ein wichtiges Gut in einer Zeit der Überlastung und Stressbelastung und in einer Zeit des Fachkräftemangels. Unternehmen tragen hierfür eine große Verantwortung und brauchen ihre Führungskräfte in der alltäglichen Umsetzung. Denn Menschen folgen Menschen und Menschen binden Menschen.

Tatjana Pape begleitet seit über 20 Jahren als Führungskraft, Interims Managerin und Beraterin die interne Kommunikation von Großkonzernen, Mittelständlern und Startups insbesondere in Transformationsprozessen. Als zertifizierte Achtsamkeitstrainerin nimmt sie Führungskräfte und Mitarbeitende auf dem Weg zu mehr achtsamer Kommunikation im Unternehmen mit.

IM DIALOG BLEIBEN | Tatjana Pape
Kommunikationsberatung, Training & Coaching

pape@imdialogbleiben.de
www.imdialogbleiben.de

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