3 Fragen an Kommunikationsexpert*innen

Kommunikationsprofis geben Einblicke in aktuelle Themen der internen Kommunikation, Unternehmenskommunikation, integrierten Kommunikation und weiteren Trendthemen – kurz, praxisnah und inspirierend.
Franziska Müller, Senior PR & Communication Manager, Urban Sports Club:
Wie gehst du vor, um von Daten zu einer guten Story zu gelangen, die sowohl intern als auch extern Wirkung erzielt?
Ich starte mit der Frage: Welche strategische Relevanz haben die Daten für Urban Sports Club? Dann suche ich nach Mustern, Entwicklungen oder überraschenden Insights. Entscheidend ist, Zahlen in einen Kontext zu setzen – mit klarer Botschaft und Relevanz für Zielgruppen. Eine gute Story verbindet Fakten mit Haltung und zahlt auf Marke und Purpose ein.
In der internen Kommunikation wird seit Jahren gefordert, dass wir mehr messen und Daten analysieren müssen. In der externen Kommunikation ist das bereits deutlich stärker verankert. Was sollten wir davon für die interne Kommunikation adaptieren?
Wir sollten klarere KPIs definieren und Wirkung systematischer evaluieren – ähnlich wie in der externen PR. Reichweite allein reicht nicht, wir brauchen qualitative Indikatoren wie Verständnis, Alignment und Engagement. Interne Kommunikation muss genauso strategisch geplant, getestet und optimiert werden wie Kampagnen im Markt.
„Intern = extern“ ist in aller Munde. Was ist dein Rat an Kommunikationsverantwortliche, die ihre externe und interne Kommunikation ganzheitlicher denken wollen?
Mein Rat: Themen nicht doppelt denken, sondern integriert planen. Narrative, die extern Vertrauen schaffen, müssen intern Sinn stiften. Transparenz ist zentral – Mitarbeitende sind Markenbotschafter*innen. Wer Botschaften konsistent entwickelt und Führungskräfte einbindet, schafft Glaubwürdigkeit und stärkt Kultur wie Reputation zugleich.
Markus Wasch, Communication Manager Corporate Communication, Vorwerk Gruppe:
In deiner Vortragsbeschreibung zur INSP!RE am 4. März sprichst du von zahlreichen Beteiligungsformaten. Wenn du dir eines herausgreifen müsstest: Welches war beim Rollout eurer Strategie am erfolgreichsten?
Unsere Kolleg*innen sind unglaublich stolz auf unser Unternehmen und die Produkte, die wir produzieren. Auch deshalb haben wir zahlreiche internationale Einsendungen von Mitarbeitenden mit ihren „historischen“ Vorwerk Produkten erhalten. Das zeigt nicht nur die Verbundenheit zum Unternehmen, sondern auch die gelebte Nachhaltigkeit bei uns. Aber auch unsere „Step Challenge“, bei der wir digital zusammen einmal um die Welt laufen und unsere globalen Firmenstandorte besuchen, kommt sehr gut an.
Was wäre dein Rat an Kommunikationsverantwortliche, die vor einer ähnlichen Aufgabe steht?
In einem internationalen oder an mehreren Standorten agierendem Unternehmen ist es entscheidend, dass Kommunikator*innen lokale Kontakte haben. Natürlich können bestimmte Dinge zentral gesteuert werden, aber gerade, wenn es um die konkrete Umsetzung und vor allem auch das Feedback aus der Belegschaft geht, sind diese Hilfestellungen und Informationen unerlässlich für die Steuerung der Kommunikation.
Ihr habt das Muster „informieren, Relevanz erzeugen und umsetzen“ verfolgt. Kannst du 1 – 2 Beispiele geben, wie ihr Relevanz erzeugt habt?
Am Anfang ist eine neue Unternehmensstrategie oftmals ganz weit weg von den Mitarbeitenden. Deswegen legen wir Wert darauf den Kolleg*innen aufzuzeigen, welche Bedeutung die Strategie für sie ganz persönlich hat, wie sie ihren Arbeitsalltag beeinflusst und verbessern kann. Das verstärken wir, in dem wir Best Practices aus verschiedenen Bereichen vorstellen, die ganz konkrete Beispiele enthalten und somit eine Relevanz haben.
