1. Was erwarten Sie von der Jury-Arbeit im Inkometa-Award?
Spannende Einblicke in aktuelle Entwicklungen der internen Kommunikation. Ich hoffe auf wegweisende Konzepte. Vor allem freue ich mich aber auf den fachlichen Austausch mit den anderen Jury-Mitgliedern

2. Was ist Ihnen bei Projekten aus der internen Kommunikation besonders wichtig?
Unternehmen benötigen in der sich schnell verändernden und unsicheren Welt neue Strategien, um weiterhin im Wettbewerb überleben und gedeihen zu können. Ich erwarte von der internen Kommunikation, dass sie passende Kommunikationsstrategien entwickelt, um die Transformation ihrer Unternehmen professionell zu unterstützen. Wir wissen, dass Kommunikation maßgeblich ist. Mehr als bisher ist die Sinnvermittlung und Orientierung ein Thema in diesem Kontext. Dafür sollte sich die interne Kommunikation verantwortlich zeigen.

3. Sie befassen sich mit der internen Kommunikation aus wissenschaftlicher Perspektive. Wie hat sich diese Spezialisierung bei Ihnen entwickelt?
Bevor ich an die Hochschule gegangen bin, war ich lange Jahre in verschiedenen Unternehmen in der internen Kommunikation tätig, zuletzt bei Siemens und Infineon Technologies. In dieser Zeit konnte ich mich und meine Aufgaben zwar weiterentwickeln. Aber ich bin auch immer wieder an Grenzen gestoßen, deren Erkundung und Überwindung im Wirbel des Tagesgeschäfts nicht gut möglich war. In der Hochschule habe ich die Möglichkeit, mit Distanz zu operativen Erfordernissen, die jede Praktikerin und jeder Praktiker zwangsläufig hat, Entwicklungen gründlich zu hinterfragen und zu erforschen. Und das Schöne ist, ich kann die gewonnenen Erkenntnisse der nachwachsenden Generation von Kommunikationsfachleuten mit auf den Weg zu geben.

4. Ihr Literaturtipp für Kommunikatoren und Kommunikatorinnen?
Im Moment bin ich begeistert von der neuesten Auflage (2017) des St. Galler Management-Modells der Autoren Johannes Rüegg-Stürm und Simon Grand. Wir haben in der Kommunikationsforschung jahrelang bedauert, dass die BWL-Perspektive der Unternehmensführung den Erfolgsfaktor der internen Kommunikation weitgehend unberücksichtigt lässt. Das hat sich in diesem Management-Modell nun grundlegend gewandelt. Die Bedeutung der Kommunikation durchzieht das gesamte Modell von der strategischen bis zur operativen Perspektive. Kommunikatoren und Kommunikatorinnen können sich hier viele Impulse für ihre Arbeit holen. Für Sinn und Orientierung zum Beispiel.

Prof. Dr. Ulrike Buchholz lehrt seit 2001 an der Hochschule Hannover das Fach Unternehmenskommunikation. Zuvor leitete sie die weltweite Interne Kommunikation der Infineon Technologies AG und war bei Siemens in der zentralen Unternehmenskommunikation mit verschiedenen Kommunikationsprojekten befasst. Ulrike Buchholz ist besonders ausgewiesen in der Führungskommunikation und im Change Management und wirkt in verschiedenen Kommissionen, Jurys und Fachverbänden mit.

Ulrike Buchholz