Transformation in rosa

Stimmen, Perspektiven und besondere Formate, die die INKOMETA
Days 2025 ausmachten
Die INKOMETA Days hallen nach – nicht nur wegen der dicht gefüllten Agenda, sondern wegen eines Gefühls, das uns zwei Tage lang in einem beinahe surrealen Setting getragen hat. Das Designhotel nhow Berlin, komplett in Rosa getaucht und voller leuchtender Farbflächen, wirkte wie ein Ort zwischen den Zeiten: abends mit Gitarren an der Wand, Beton-Details im Hintergrund – ein Raum, der Wandel nicht nur behauptet, sondern verkörpert. Passender hätte das Umfeld für unser diesjähriges Motto »Transform!« kaum sein können.
Selten war unsere Fachkonferenz für Interne Kommunikation so interaktiv, so kreativ, so mutig in den Formaten. Doch im Kern stand eine Frage, die tiefer ging: Was bedeutet Transformation wirklich – und wie verändert sie die Rolle der Internen Kommunikation?
Genau hier setzten die Keynotes an. Für Kommunikationsexpertin Claudia Wagner (wagner international communications) ist klar: »Transformation ist Aufgabe der gesamten Organisation – und IK ist das Herz der Transformation.« Transformation, sagte sie, sei kein neues Tool und keine Umstrukturierung, sondern »ein grundlegender Wandel eines Systems, einer Identität – etwas wird zu etwas Neuem.« Veränderung passe sich an, Transformation erschaffe neu. Dieser Unterschied sei entscheidend, weil daraus »die Intensität, die erforderliche Verhaltensänderung und damit die Aktivierung und Motivation der Menschen« entstehe – und genau das wirke auf die Gestaltung von Kommunikation zurück.
Ihr gemeinsamer Ansatz mit Philipp Dieterich stärkt die IK in einer aktiven Rolle: Führungskräfte und Mitarbeitende zu Akteur*innen machen, neue Instrumente einsetzen, den eigenen Wertbeitrag schärfen, Verantwortung übernehmen und Allianzen aufbauen. So entsteht ihr Verständnis von IK als Strategic Stakeholder Engagement – vom Sender zum Bewegungsorchestrator, von Content zu Connection, von Kanälen zu Beteiligungsplattformen.

Auch Steffen Henke, künftiger Sprecher der INKOMETA-Jury und Head of Digital & Employee Communications bei DHL Group, kam aus einer anderen Perspektive zu einer ähnlichen Erkenntnis: IK werde zum sinnstiftenden Erzähler einer Organisation. Dafür brauche es integrierte Kommunikation, »Narrative statt Stories « und eine Infrastruktur, die Erleben ermögliche statt Überforderung.
»People don’t read. Um Resonanz zu erzeugen, muss sich Kommunikation am Erleben ausrichten«, so Henke. Kommunikation müsse Momente schaffen, die etwas bedeuten – damit Relevanz spürbar wird.
Zwischen all diesen Impulsen drängt sich eine Frage auf: Wird der Begriff »Interne Kommunikation« 2026 noch ausreichen? Oder wird er sich weiterentwickeln und um neue Aufgaben ergänzt werden? Die Stimmen aus der Community sprechen dafür. Die Interne Kommunikation hat vielerorts endlich einen festen Platz am Tisch. Ihre Bedeutung wächst – gerade in Zeiten permanenter Veränderung, sinkender Bindung und schwindenden Vertrauens. Oder, wie es Martin Wielgus, Leiter Corporate Communications der Miele Gruppe, formulierte: »Kommunikation generell ist eine Superkraft. Vor allem bei Herausforderungen ist sie wichtig, um Dinge einzuordnen und den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.«
Erdmännchen & Raubüberfälle – die Highlights der INKOMETA Days
Was haben ein Erdmännchen, ein Zeichen-Schnellkurs und ein Community Speeddating gemeinsam? Sie alle gehörten zu den Programmpunkten, die dieses Event unvergesslich machten. MIKA, das Erdmännchen – von Infraserv Höchst erdacht und bereits preisgekrönt – stellte die Referent*innen der Infraserv-Session vor und diente zugleich als Identifikationsfigur für das neue Firmen-Intranet. Die DRP Group nahm das Publikum mit auf die Spuren der legendären Sass-Brüder und verknüpfte deren historische Tresorknacker«-Geschichten mit dem Thema Emotional Intelligence und KI – eine Session, die für echten Andrang sorgte.
Faber-Castell brachte die Kreativität ins Spiel: Unter dem Motto »Imagination knows no failure« zeichneten Teilnehmen-de einander – mit Stift, Papier und einer großen Portion Neugier. Beim Community Speeddating trafen Kommunikationsprofis aus ganz unterschiedlichen Rollen aufeinander – Gespräche im Minutentakt, Begegnungen auf Augenhöhe.

Auch die Young Talents kamen zu Wort: In einem offenen Talk beschrieben sie, was moderne IK für sie leisten muss – und erfahrene Kommunikator*innen ergänzten mit klaren Tipps und ehrlichen Einblicken aus der Praxis. Ein Dialog, der zeigte, wie gut unterschiedliche Perspek-tiven zusammenpassen.
Für den Abend setzte ein kleines Klavierstück einen ruhigen Übergang, bevor das Dinner im Galerie-Setting des nhow Berlin begann.
In unserer Podcast-Ecke waren einige der frisch ausgezeichneten INKOMETA-Gewinner*innen zu Gast. Dazu kamen Stimmen aus Unternehmen und Agenturen, die ihre Sicht auf Trends und Herausforderungen teilten. Kurze Gespräche, viel Haltung – und ein bisschen Eventatmosphäre im Hintergrund. Reinhören lohnt sich: die INKOMETA-Sonderfolgen mit Host Marten Neelsen, u. a. mit Lars Westermann (DB Regio), Juliane Weinberger (enviaM), Kristy Stahlberg (CEWE), Timm Zutz (Commerz-bank) sowie weiteren Stimmen aus Panels und Gesprächen vor Ort.

10 Stimmen, 1 Event, viel Nachhall – Das sagen unsere Besucher*innen
Kommunikation moderieren – und nehme zwei Dinge mit: Erstens, diese IK-Community ist längst mehr als eine Bubble. Hier arbeiten Menschen mit echtem Commitment. Zweitens, wir lassen uns nicht mehr kleinmachen. Die Zeiten sind vor-bei, in denen wir nur Bot*innen waren. Heute sitzen wir am Tisch – und gestalten Transformation auf Augenhöhe!
Interesse geweckt?
In unserem beyond Magazin #30 finden Sie diesen und viele weitere Artikel zum Thema „KI in der IK“.
