Matthias Kutzscher erklärt, wie aus einem Mitteilungskanal ein effizientes Netzwerk wird.

Über den Wert eines modernen Intranets gibt es keine zwei Meinungen: digitale Kommunikation in Unternehmen macht Wissen zugänglich, liefert wichtige Informationen, schafft bessere Workflows, fördert Engagement sowie Ideenreichtum und dank einer höheren Beteiligung auch positive Stimmung. Soweit die Theorie!

In der Realität werden technische Workplace-Systeme und mobile Applikationen aber noch zu selten mit hochwertigen, partizipativen Inhalten gefüttert. Dabei liefern die Regeln für Social Media-Arbeit und guter Web-Journalismus die Blaupause für erfolgreiche interne Dialoge.

Mit diesen 3 Tipps heben Sie Ihr Intranet auf eine Ebene, die Mitarbeiter begeistert:

1 – Schaffen Sie die Basis für Relevanz und Vertrauen

  • Entwickeln Sie eine Dialogstrategie, die offen, gebend, vielschichtig, spielerisch ist
  • Gestalten Sie das System so benutzerfreundlich wie möglich
  • Wählen Sie Inhalte, die interessant, bildend, glaubwürdig sind

2 – Schneiden Sie Inhalte auf Interesse und Bedarf der Mitarbeiter zu

Zentrale Aufgabe von interner Kommunikation ist es, relevante Informationen zu verbreiten und Wissen zu vermitteln. Das Interesse von Managern und Mitarbeitern ist jedoch oft divergent. Quasi „öffentlich“ Wandel erklären, Risiken deuten, Klagen aufgreifen, strittige Positionen abklopfen, ist für viele Führungskräfte noch immer undenkbar. Soll ein Intranet aber tatsächlich Workflows optimieren, Ideen evozieren, Gemeinschaft erlebbar machen, müssen Themen aufgegriffen werden, die

  • von vielen spürbar sind
  • Zukunft spiegeln
  • persönliche Einschätzungen transportieren
  • durch außergewöhnlich Perspektiven unterhalten

3 – Inszenieren Sie Themen spannend – also bildhaft & persönlich

Jeder Mitarbeiter – ganz gleich ob er in der Entwicklungsabteilung forscht oder am Band montiert –nutzt heute PC oder Laptop, besitzt ein Smartphone, tummelt sich auf Facebook und schickt per WhatsApp Fotos, Videos, Kurznachrichten! Die Digitalisierung hat den Konsum von Inhalten revolutioniert und die sozialen Medien haben das Kommunikationsverhalten der Menschen extrem verändert. Darauf müssen interne Kommunikatoren reagieren und auf Content-Formate im Intranet setzen, die

  • nutzwertige Informationen liefern
  • spezielle Interessen ansprechen
  • unmittelbar verstehbar sind
  • subjektive Note haben
  • leicht teilbar und
  • gut diskutierbar sind

Bei der Inszenierung von Themen gilt im Übrigen klar die Regel: mehr Foto, mehr Video, mehr Grafik, weniger Text. Denn unser Gehirn ist bequem. Texte müssen erst dekodiert werden, Bilder verstehen wir intuitiv. Zudem sollte jedes Stück dialogisch angelegt sein, also dazu veranlassen, dass es geteilt, geliked, kommentiert wird.

Matthias Kutzscher ist freier Redakteur, PR-Berater und Dozent. Als Berater unterstützt er Unternehmen und Organisationen bei digitalen sowie klassischen Kommunikationsprojekten. Ein Schwerpunkt seiner Consultingarbeit ist die „Content-Entwicklung“ für interne und externe Kommunikation. Kutzscher ist Lehrbeauftragter an der Axel Springer Akademie sowie PR- und Journalismus-Dozent für verschiedene Fortbildungseinrichtungen.

Frank Weber

Noch mehr Know-how zum Thema Texten gefällig? Matthias Kutzscher gibt bei der SCM am 1. November 2018 und am 5. April 2019 sein Seminar „Texten für interne Medien“.

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