Wir sprachen mit Albrecht von Truchseß, Leiter Unternehmenskommunikation der Viessmann Group, über das Erfolgsrezept der Mitarbeiter-App Vi2Go. Lesen Sie, wie digitale interne Kommunikation zum Mitnehmen zu einem unverzichtbaren Instrument interner Kommunikatoren werden kann.

Herr von Truchseß, was konkret sind die Vorteile mobiler Kanäle für die interne Kommunikation? Geht es in erster Linie um Reichweite?

Mobil hilft vor allem, weil wir damit alle Mitarbeiter erreichen können. Dies funktioniert aber nur, da wir die Kanäle für die privaten Geräte anbieten. Nur so können alle teilhaben, also auch die Kollegen in der Produktion oder in der Logistik. Es geht um Reichweite, aber es geht auch um einen kulturellen Wandel. Wir nennen das die Demokratisierung des Wissens: Alle Informationen für alle zur gleichen Zeit und für alle die Chance, mit Kommentaren und Dialog wirklich aktiv beizutragen.

Mit Vi2Go haben Sie bei Viessmann eine sehr erfolgreiche Mitarbeiter-App im Einsatz. Was macht aus Ihrer Sicht den Unterschied?

Es gibt ein paar Aspekte, die uns von Anfang an wirklich wichtig gewesen sind: Klar wollten wir hohe Nutzerzahlen. Aber wir sind vor allem sehr glücklich darüber, dass sich die Mitarbeiter nicht nur registriert haben, sondern sehr aktiv lesen, kommentieren und selbst beitragen. Wie haben wir das erreicht? Ganz entscheidend war und ist sicher, dass unsere Unternehmensspitze vorangeht, indem sie immer voll dahinter stand und selbst aktiv zu Vi2Go beiträgt. Außerdem haben wir eine hohe Frequenz von neuen Beiträgen in allen Ländern – es gibt einfach ständig einen Grund, reinzuschauen.

Welche Rolle spielen Interaktionsmöglichkeiten bei einer Mitarbeiter-App? Sollten sich diese eher an der jeweiligen Unternehmenskultur ausrichten oder machen gerade soziale Funktionen eine gute Mitarbeiter-App aus?

Interaktion ist sehr wichtig. Allein schon eine Kommentarfunktion setzt viel in Gang. Wir bauen die Möglichkeiten dafür Stück für Stück aus. Aus unserer Sicht ist das relativ unabhängig von der Unternehmenskultur der richtige Schritt. Denn im Privatleben sind mittlerweile die meisten Menschen extrem interaktiv im Netz unterwegs. Warum sollten sie es ausgerechnet dort nicht sein, wo sie einen Großteil ihrer Zeit verbringen: Im Job.

Welche Schritte empfehlen Sie Kollegen, um die Möglichkeiten mobiler Mitarbeiter-Apps voll ausschöpfen zu können?

Die Unternehmensführung muss voll dahinter stehen. Und der Betriebsrat muss ins Boot geholt werden, vielleicht über deren Kollegen in anderen Unternehmen, die bereits eine App eingeführt haben. Ganz wichtig, nicht nur bei diesem Thema: klein anfangen, aber alle Voraussetzungen schaffen, damit es groß werden kann. Also: Wenn die Zeit reif ist (und das ist sie!), einen Prototyp testen, anpassen und danach eine erste Version sehr schnell an den Start bringen. Auf diese Weise lernt man in einem frühen Stadium, ob die Richtung stimmt, wie die Mitarbeiter reagieren, was man ändern sollte. Klickzahlen, Lesedauer, Wiederkehrraten – kein Feedback ist ehrlicher und gnadenloser als das in digitalen Zeiten.

Albrecht von Truchseß macht seit bald 20 Jahren PR, spricht mit der Presse, entwickelt Kommunikationsstrategien. Angefangen hat er in der Energiewirtschaft, war danach lange im Handel bei der Metro Group und hat als Startupper gelernt, dass „start“ nicht immer „up“ heißt. Seit Februar 2015 ist er Kommunikationschef bei Viessmann.

interne Kommunikation zum Mitnehmen

Albrecht von Truchseß sprach im November 2018 auf der 22. Fachtagung Interne Kommunikation der SCM im Düsseldorf. Das nächste Mal können Sie sich am 16. Mai 2019 wertvolle Inputs und Branchenkontakte sichern – auf der 23. Tagung Interne Kommunikation in Köln.

Zur Tagung Interne Kommunikation