Warum sind Vielfalt und Internationalität so wichtig für moderne Organisationen? Wie befördert man sie und was macht ein internationales Mindset mit der Organisationskultur? Die aktuelle Kurzstudie von SCM und fischerAppelt untersuchte diese und weitere Fragen im Rahmen einer Online-Studie im Zeitraum September bis November 2020. Die Ergebnisse basieren auf den Einschätzungen von 67 Kommunikationsexpert*innen aus dem deutschsprachigen Raum. Sie zeigen: Kulturelle Vielfalt ist ein wertvolles Gut für Unternehmen.

Kulturelle Vielfalt: Bereicherung für das Unternehmen und seine Kultur

Während 12% der Befragten angeben, die kulturelle Vielfalt nicht zu berücksichtigen, sind 67,2% überzeugt davon, dass sich die Unternehmenskultur durch neue, unterschiedliche Denk- und Verhaltensmuster weiterentwickelt. Zudem ist für mehr als die Hälfte der Befragten kulturelle Vielfalt unmittelbar mit den Kernwerten ihrer Organisation verbunden. Darüber hinaus wachse durch ein internationales Mindset auch die Bindung von Mitarbeitenden (40,3%) sowie von Kund*innen weltweit an das Unternehmen – auf diese Weise können (Kunden-)Zielgruppen erweitert und besser verstanden werden, sagen 46,3% der Studienteilnehmer*innen.

 

94% sehen starke Impulse für die Kultur eines Unternehmens durch nationale und kulturelle Einflüsse. Zudem entscheiden kulturelle Aspekte aus Sicht der Mehrheit der Befragten auch über die Veränderungsfähigkeit von Unternehmen. Nur knapp 6% geben an, die Unternehmenskultur sei völlig unabhängig von der Herkunft eines Unternehmens.

Abbau von Barrieren: Digitale Tools und persönlicher Austausch stehen hoch im Kurs

Doch was können Unternehmen tun, um Diversität zu fördern? Für die kulturelle Vielfalt spielen digitale Tools eine zentrale Rolle: Digitale Kollaborationstools und Social-Intranet-Lösungen werden von 88,1% bzw. 50,8% der Befragten als wichtige Treiber der kulturellen Vielfalt genannt. Auch E-Mails (76,1%) und Newsletter (46,3%) können wertvoll für den internationalen Austausch sein. Daneben stehen Formate wie Events (50,8%), regelmäßige persönliche Meetings (46,3%) und Workshops (40,3%) hoch im Kurs. Eine entscheidende Rolle für den Abbau von Barrieren spielen auch die Übersetzung wichtiger Dokumente in die wichtigsten Unternehmenssprachen (58,2%) sowie die Untertitelung von Videobotschaften (31,3%). Und auch analoge Medien können nach Ansicht der Befragten einen Beitrag zur kulturellen Vielfalt leisten: So werden Mitarbeitermagazine von 35,8% und Poster von 25,4% als nützlich erachtet. Beinahe jedes vierte Unternehmen (23,9%) engagiert sich in in Netzwerken zum Thema Vielfalt und tauscht sich mit anderen Unternehmen aus.

Strategien für die interne Kommunikation: Fingerspitzengefühl und Raum für Entfaltung

Für die Arbeit in der internen Kommunikation ist es nicht immer leicht, sich kulturelle Unterschiede zu vergegenwärtigen, zumal man bestrebt ist, pauschale Verallgemeinerungen zu vermeiden. Rund 70% sehen Verallgemeinerungen per se als Einfallstor für Stereotype und betonen, dass wir es mit Menschen zu tun haben – unabhängig von deren Herkunft und Standort. Rund 30% halten Verallgemeinerungen für nützlich und legitim, um kulturelle Eigenheiten adäquat berücksichtigen zu können und die richtige Ansprache zu finden.

Als generelle Strategie favorisieren die befragten Kommunikationsexpert*innen das Setzen grober Leitlinien für die interne Kommunikation seitens der Zentrale, um einen gemeinsamen Rahmen und gleichzeitig Raum für das Berücksichtigen regionaler Unterschiede zu schaffen. Rund 97% präferieren diesen Ansatz, während sich nur jeweils 1,5% für umfassende Vorgaben oder aber eine rein dezentral organisierte interne Kommunikation aussprechen. Ein interessanter Befund – gerade vor dem Hintergrund der Ergebnisse des Internal Communications Monitor 2020, welcher in allen betrachteten europäischen Regionen ein gemischtes Bild der verschiedenen Ansätze zeichnet.

Philipp Bahrt verantwortet bei der SCM – School for Communication and Management in Berlin den Themenbereich Interne Kommunikation. Er ist Chefredakteur des Fachmagazins „BEYOND“ und arbeitet im Rahmen von Vorträgen, Fachbeiträgen und Studien zu verschiedenen Themen rund um die digitale Transformation und ihre Bedeutung für die organisationsinterne Zusammenarbeit. Der studierte Diplom-Volkswirt interessiert sich besonders für die Schnittstellen von effizienten Organisationsstrukturen und wertschätzender, einbeziehender Kommunikation.

kulturelle Vielfalt

Steffen Schier ist Competence Lead Interne Kommunikation bei fischerAppelt. Seit vielen Jahren betreut er Projekte aus der „internen Komm“, welche seiner Meinung nach von Unternehmen mit der gleichen strategischen Sorgfalt und den gleichen Budgets bedacht werden sollte wie die „klassische externe“. Seine Schwerpunkte sind die Themen Corporate Publishing, Social Intranet, Employer Branding und Erfolgsmessung. Zuvor betreute er in der Agentur die Themen Marke, Corporate und Social Media. Schier studierte Germanistik, Geschichte und Politik in Heidelberg und arbeitete währenddessen bei der Tageszeitung „Die Rheinpfalz“ als fester freier Mitarbeiter. Er volontierte in der Volkswagen Konzernkommunikation und ist seit 2007 bei fischerAppelt.

 

Artikelbild: Unsplash

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