Bianca Bauer (Microsoft Deutschland) im Gespräch über Social Networks und ihre Bedeutung für die interne Kommunikation

Social Network – auch in der internen Kommunikation ein bedeutendes Phänomen und ein großer Trend. Nicht selten führen soziale Kollaborationstools die etablierte Unternehmenskultur an ihre Grenzen. Auch beim Branchenriesen Microsoft Deutschland? Wir sprachen mit Bianca Bauer über die Nutzung und Bedeutung von Social Networks für die interne Kommunikation des Soft- und Hardwareherstellers.

Was ist eine zentrale Entwicklung, die sich durch das Social Network bei Microsoft Deutschland in den letzten Jahren ergeben hat?

Als Social Network fungiert bei Microsoft das hauseigene Produkt Yammer. Die Plattform an sich besteht bereits seit mehreren Jahren. Eine zentrale Entwicklung erfolgte im Herbst 2015 mit der Entscheidung, Yammer zur ersten Newsplattform für die interne Unternehmenskommunikation zu machen. Seitdem bildet sie im Zusammenspiel mit klassischem Intranet und Newsletter einen digitalen Dreiklang. Die Einführung eines Community Managements sowie das Commitment der Geschäftsleitung, die Plattform auch aktiv zu nutzen, waren zwei Hauptkriterien für den heutigen Erfolg.

Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen Social Networks und Unternehmenskultur? Treibt die Unternehmenskultur das Social Network oder das Social Network die Unternehmenskultur?

Ich würde hier nicht von einer Wechselwirkung sprechen, sondern vielmehr von einer positiven gegenseitigen Beeinflussung. Unsere Unternehmenskultur wächst stetig an neuen Aspekten wie etwa unseren neuen Leadership-Prinzipien. Viele Managerinnen und Manager setzen diese schon längst um, indem sie aktiv unser Social Network nutzen und so ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Weg der Transformation, den heutzutage fast jedes Unternehmen geht, mitnehmen und einbinden. Das wiederum wirkt sich positiv und inspirierend auf Nutzer aus, welche das Social Network noch nicht sehr regelmäßig nutzen. Der große Vorteil: Bei Microsoft ist jeder technikaffin – somit gehen technischer Wandel und Unternehmenskultur Hand in Hand.

Wie kann wertvoller, unternehmensrelevanter Content, der in Social Networks entsteht, identifiziert bzw. gefiltert und nutzbar gemacht werden? Was sind in diesem Zusammenhang Beispiele für wertvollen Content?

Durch unser Community Management identifizieren wir sehr viel Content unserer Kolleginnen und Kollegen, die keine Kommunikations-Rolle innehaben. Diesen Content können wir als Employee Generated Content für verschiedene Kanäle nutzen, sowohl intern als auch teilweise extern. So postet beispielsweise ein Kollege auf Yammer, dass er in vier Wochen ein externes Event zum Thema Künstliche Intelligenz hat und dafür noch Speaker sucht. Da dies für viele Kolleginnen und Kollegen bei Microsoft relevant sein könnte, greifen wir dies als Meldung in unserem wöchentlichen Newsletter unter der Kategorie „Yammer – derzeit im Gespräch“ sowie in unseren Newskacheln im Intranet auf. Hierbei verlinken wir einfach nur auf den Yammer-Post. So kann jeder direkt den ganzen Kommentarverlauf einsehen und sich unmittelbar beteiligen.

Bianca Bauer ist seit August 2014 im Communications Team bei Microsoft Deutschland. Sie verantwortet dort als Internal Communications Manager and Video Specialist die interne Kommunikation und führte in diesem Zusammenhang u. a. Yammer strategisch als ersten Newskanal in der internen Kommunikation ein.

 

 

Bildrechte Titelbild: Andrei Krauchuk / 123RF

Social Network

Bianca Bauer sprach auf der 21. Fachtagung Interne Kommunikation der SCM am 3. Mai 2018.
Ihr Vortrag trug den Titel „Employee generated Content oder der Flurfunk der digitalen Welt?“. Unsere Tagung Interne Kommunikation findet zweimal im Jahr statt. Machen Sie sich mit dem Format vertraut und seien Sie beim nächsten Mal live dabei, wenn die neusten Trends der internen Kommunikation besprochen werden!

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