Tobias Mindler: „Am meisten Zusammenhalt erzeugen persönliche Begegnungen.“

Tobias Mindler
Bild: privat

Mit seinem Best Case bei der INSP!RE-Konferenz in Wien „Vom Funkgerät zum Mitarbeiter-Dialog“ zeigt Tobias Mindler vom Wiener Roten Kreuz am 15. April, wie interne Kommunikation in einer Einsatzorganisation mit begrenzten Mitteln nachhaltig gelingt. Wir haben ihm vorab drei Fragen gestellt.

In einer Einsatzorganisation zählt Tempo – und gleichzeitig braucht es Dialog. Welche Information muss bei Ihnen immer „in Sekunden“ funktionieren (Push) und was eignet sich bewusst für Dialog (Pull)?
Schnell gehen muss alles, was sicherheits- oder einsatzrelevant ist. Dazu gehören Dinge wie Lageeinschätzungen, Alarmierungen oder Gefährdungshinweise. Diese Informationen müssen push kommen – klar, eindeutig, ohne Interpretationsspielraum.
Die einsatzfreien Zeiten eignen sich dann für den Dialog – Nachbesprechungen, Verbesserungsprozesse, organisatorische Anpassungen. Hier geht es nicht um Sekunden, sondern um Perspektiven. Durch gemeinsames Denken bereiten wir das vor, was dann im Ernstfall auf Knopfdruck funktionieren muss.

Vom Vorschlagswesen bis zur Geburtstagsüberraschung: Welcher kleine Impuls hat bei Ihnen am meisten Zusammenhalt erzeugt – und warum gerade dieser?
Am meisten Zusammenhalt erzeugen persönliche Begegnungen. Da unsere Budgets für interne Kommunikation leider sehr knapp sind, organisieren wir mehrmals pro Jahr Events, bei denen wir die Infrastruktur und den Rahmen zur Verfügung stellen und z.B. die Mitarbeitenden auf ein Getränk einladen – von der Garagenparty bis zum Weltrotkreuztag. Es hat uns selbst überrascht, dass man nicht immer das „All-inclusive-Paket“ anbieten muss, sondern allein die Möglichkeit des Zusammenkommens an einem besonderen Ort oder vor einer besonderen Kulisse hunderte Mitarbeiter*innen zur Teilnahme bewegt.

Bei wenig Budget entscheidet Priorisierung. Welche eine Maßnahme würden Sie sofort wieder machen – und welche würden Sie heute weglassen?
Ein Projekt, das ich persönlich richtig gut finde, war die Einführung eines „Faktenchecks“ im Rettungsdienst. Diese Plattform schafft die Möglichkeit, niedrigschwellig und transparent auf kursierende Gerüchte und Mythen einzugehen und nach Möglichkeit für Aufklärung und Klarheit zu sorgen. Das Projekt stammt nicht von mir, aber wir als Organisation würden das sofort wieder einführen. Weglassen würde ich möglicherweise die Weihnachtsgrüße als aufwendige Videoproduktion. Da ist der Erfolg mittlerweile überschaubar – auch, weil uns die guten Ideen langsam ausgehen.

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