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Den Status quo auf den Prüfstand stellen: Tipps für interne Kommunikation

Tipps für interne Kommunikation
Bild: Unsplash

Christian Buggisch (DATEV) im Gespräch über neuartige Medien und veränderte Herausforderungen für die interne Kommunikation.

Von der Mitarbeiterzeitschrift über’s Social Intranet zur mobilen Mitarbeiter-App: interne Kommunikation entwickelt sich sukzessive weiter, neuartige Medien ergänzen das bestehende Portfolio interner Kommunikation. Doch hin und wieder ist es Zeit, den gesamten Werkzeugkasten auf den Prüfstand zu stellen und strategisch (neu) auszurichten. Wir sprachen mit Christian Buggisch (DATEV) über Anregungen und Tipps für interne Kommunikation auf der Höhe der Zeit.

Bei DATEV haben Sie sich für einen Dreiklang aus Social Intranet, Mitarbeiterzeitschrift und Mitarbeiter-App in der internen Kommunikation entschieden. Wie kam diese Auswahl zustande bzw. was empfehlen Sie Kollegen in der internen Kommunikation, um den passenden Medienmix zu finden?

Wie in wahrscheinlich vielen anderen Unternehmen war bei uns der Medienmix nach und nach historisch gewachsen. Es gab eine Mitarbeiterzeitschrift, aus dem Intranet wurde ein Social Intranet mit neuen Möglichkeiten … Irgendwann haben wir gemerkt, dass wir mindestens zwei Probleme haben: Zum einen fiel es uns immer schwerer festzulegen, ob ein Content in der Mitarbeiterzeitschrift oder im Social Intranet publiziert werden soll – ein deutliches Zeichen dafür, die Ausrichtung der Kanäle neu zu schärfen!

Zum anderen haben wir unsere Mitarbeiter auf einem der wichtigsten Kanäle (weil quasi immer und überall verfügbar) überhaupt nicht erreicht: auf den privaten Smartphones und Tablets – ein weiteres Anzeichen, dass wir unsere Medienlandschaft überdenken mussten! Da die meisten Unternehmen wie wir nicht auf der grünen Wiese neu mit interner Kommunikation anfangen, lautet die Empfehlung daher: den gewählten Medienmix regelmäßig überprüfen und bei Redundanzen oder Leerstellen nachjustieren.

Besteht die Gefahr, dass sich in Social Networks eine „Parallelkultur“ entwickelt – zur etablierten Unternehmenskultur und eventuell auch zu Beschäftigten, die weniger technikaffin sind als andere. Wie geht man in der internen Kommunikation mit unterschiedlichen Nutzungsgraden neuer sozialer Unternehmensmedien um?

Ich sehe darin keine Gefahr. Ein Social Intranet schließt Lücken und bietet Möglichkeiten, die es vorher einfach nicht gab: Publikation, Austausch, Diskussion und Interaktion für jedermann. Richtig begleitet und eingeführt wird hier auch keine „Parallelkultur“ entstehen. Es können aber schon Themen und Probleme sichtbar werden, die vorher weniger sichtbar waren. Darauf muss man sich einstellen und das auch wollen. Letztlich profitieren Unternehmen meiner Meinung nach von dieser Transparenz, sie verstehen besser, was die Mitarbeiter beschäftigt, und profitieren von deren Kritik und Ideen.

Wie bei jeder neuen Technologie wird es dabei Early Adopter und Poweruser einerseits und zurückhaltende, eher passive Nutzer andererseits geben. Bis man eine breite Masse an Nutzern erreicht, braucht man Zeit, ein Konzept zur Einführung und natürlich idealerweise eine möglichst intuitiv bedienbare Software.

Sind neuartige Medien und mit ihnen einhergehende Veränderungen – etwa im Mediennutzungsverhalten – Fluch oder Segen für den Content in der internen Kommunikation?

Zunächst mal sind sie Realität, also kann ich sie nicht ignorieren. Ich sehe in neuen Kanälen und Medien immer zunächst die Chance, meine Zielgruppe mit passgenauen und relevanten Inhalten noch besser zu erreichen. Die Kehrseite der Medaille, die ich aber nicht als „Fluch“ bezeichnen würde, ist der steigende Aufwand – den muss ich bei meiner Budget- und Ressourcenplanung natürlich berücksichtigen.

Und neue Medien können natürlich auch eine Herausforderung für meine Organisation sein, je nachdem, wie die interne Kommunikation aufgestellt ist. Das ist übrigens einer der Gründe, warum ich ein Anhänger des Newsroom-Modells auch für Kommunikationsabteilungen bin: Hier kann ich relativ leicht skalieren und solche neuen Herausforderungen durch neue Mediendesks und zusätzliches Know-how in den Themendesks bewältigen.

Christian Buggisch

Christian Buggisch ist Leiter Corporate Publishing bei DATEV, einem der größten deutschen Software-Häuser, und Vorsitzender des Arbeitskreises Interne Kommunikation bei der DPRG. Seit 2007 zeichnet er für die Internet-Aktivitäten von DATEV verantwortlich, seit 2012 darüber hinaus für das gesamte Corporate Publishing von DATEV.

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