„Neu ist nicht gleich gut.“ Unter dieser Aussage steht das Werk von Jule Jankowski, die auf den Overload von New Work, New Normal und New Everything aufmerksam machen will. Besser sei es, das Gute in der Arbeitswelt, insbesondere in unserer Zusammenarbeit in den Blick zu nehmen. Mit ihrem Werk bezweckt die Autorin die Etablierung einer zukunftsfähigen Arbeitskultur, bei der nicht alles neu sein muss.

Zwischen Old und New liegt Good Work

Jankowski überzeugt mit einer Verknüpfung aus Fakten und Theorie sowie einem unterhaltenden Erzählstil. Das Werk ist klar gegliedert: Im anschaulichen Prolog wird in das Thema eingeführt und die Brücke zwischen Old und New Work hergestellt.  Im zweiten Teil widmet man sich einem Modell, welches verschiedene Phasen der Anpassung veranschaulicht. Der Hauptteil ist dem Schwerpunkt „Good Work“ gewidmet. Hier werden Prinzipien für „Good Work“ vorgestellt und jeweils mit einem Set an Fragen abgerundet. Das Werk schließt mit einem Gastbeitrag von Stephan Grabmeier zum „Megatrend“ New Work. Mit vielen Verweisen und Zitaten zum Podcast GOOD WORK gibt Jankowski verschiedenen Expert*innen und Meinungen zum Thema eine Stimme.

Entscheidend ist die sinnvolle und nachhaltige Gestaltung von Arbeit

Als systemische Organisationsberaterin ist Jankowski mit den Dynamiken, die in Unternehmen wirken, vertraut. Mit Good Work gibt sie interessierten Leser*innen eine Orientierungshilfe an die Hand, die in Zeiten von Transformationen helfen soll. Mit dem Begriff „Good Work“ schafft sie hierfür einen „Zwischenraum zwischen einer Arbeitswelt, die sich überdauert hat, und dem für viele Menschen noch sehr weit entfernten New Work“. Damit setzt sie an der Arbeitsrealität der Menschen an, eine gute Zusammenarbeit sowie eine zeitgemäße Arbeitskultur zu schaffen, ohne dass alles neu sein muss.

Ringen um Stabilität und Weiterentwicklung

Die Autorin sieht in der Dynamik von Veränderung die Chance, „eigene Stärken, Ressourcen und Kompetenzen zu identifizieren und für weitere Herausforderungen nutzbar zu machen“. Dies schafft sie vor allem durch ihre anschaulichen Good Work Prinzipien mit den sich anschließenden Fragen, die der Leserschaft die individuelle Perspektive erweitern sollen. Die Fragen-Sets dienen dabei der Selbstreflexion und verstehen sich als praktische Handlungsperspektiven. Durch den gegebenen Interpretationsspielraum entfaltet sich für die Leserschaft stets eine praktische Umsetzungsmöglichkeit, die sich auf verschiedene Unternehmen und Szenarien übertragen lassen. 

Fazit: Jankowski regt mit ihrem Werk zum Nachdenken und zur Selbstreflexion der eigenen Arbeitsweisen an. Entgegen der Annahme, das permanent Neues gefordert ist, darf „neu“ kein Selbstzweck sein und ist zudem nicht immer nötig und erforderlich – vor allem im Unternehmenskontext. Ihr Werk liefert ein Plädoyer für das Gute in unserer Zusammenarbeit und der Einladung, die Arbeitsrealität sinnvoll und nachhaltig zu gestalten.

 

Autorin: Jule Jankowski

Verlag: Vahlen-Verlag

Seiten: 255

ISBN: 978-3-8006-6933-2

Preis: 26,90 €

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