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Mitarbeiter-Podcast: Wer nicht lesen will, kann hören!

Kopfhörer um ein Mikrofon liegend
Bild: iStock/Norbert Novak

Podcasts sind die Geheimwaffe für die interne Kommunikation. Weil Hören leichter ist als Lesen, gelangen die Botschaften direkt in die Ohren der Mitarbeitenden.

Sie schreiben sich als Firmenchef die Finger wund, aber Ihre Botschaften erreichen Ihre Mitarbeiter*innen nicht so wie gewollt? Kein Wunder, denn nur rund ein Viertel liest mehr als nur die Überschrift eines Textes, oder die Betreffzeile einer E-Mail.

Die beste Strategie der Geschäftsleitung ist wertlos, wenn sie nicht in die Köpfe der Mitarbeitenden gelangt. Dazu kommt: Sinnerfassend lesen ist auch nicht jedermanns Tugend. Das ist nicht abwertend gemeint, aber mit hohem Migrantenanteil in Österreich und Deutschland sind Deutschkenntnisse beim Lesen oft Mangelware. Hinzu kommt, dass auch Muttersprachler*innen so manchen Text aus der internen Kommunikation gar nicht lesen wollen, da sie ohnehin von früh bis spät mit Informationen überflutet werden. Oder sie verbringen schlichtweg den Großteil ihrer Arbeitszeit in diversen Verkehrsmitteln, wo lesen nicht immer möglich ist. Wie wäre es also, mithilfe von Audiobotschaften die Mitarbeiter*innen zu erreichen? Möglich macht dies ein Podcast.

Audio nur für Mitarbeitende

Podcasts für die interne Kommunikation sind eine unterschätzte Spezies. Denn bei Podcast denkt jeder sofort an Formate auf Spotify oder Apple Podcast. Doch dieses Medium lässt sich auch „im Verborgenen“ – etwa im Intranet oder via spezieller Links – an einen ausgewählten Personenkreis streamen. So kann es in Sachen Inhalt und Tonalität kollegial zugehen. Aber worüber sollten Unternehmen im internen Podcast sprechen? Dazu gibt es drei gängige Ansätze:

  • Unternehmensnews: Typische Themen, die in der Mitarbeiterzeitung oder im Intranet zu finden sind: neue Kunden, Messeauftritte des Unternehmens, Innovationen, strukturelle Veränderungen. Hierzu eignen sich Gespräche mit den jeweils involvierten Personen, um Podcastfolgen zu gestalten. Beim Thema Innovationen könnte man auf Mitarbeitende aus dem Produktmanagement zurückgreifen, bei neuen Kunden, auf Personen aus dem Sales. Und natürlich sind auch Gespräche mit der Geschäftsleitung empfehlenswert.
  • Onboarding: Neue Mitarbeiter*innen in das Unternehmen einführen, wichtiges Wissen rund um das Unternehmen unterhaltsam vermitteln, auf die Unternehmenshistorie eingehen. Gespräche mit langjährigen und gut vernetzten Mitarbeitenden eignen sich für diese Form des internen Podcasts. In der Regel sind „Onboardings“ als Staffeln in sich abgeschlossen und lassen sich in eines der anderen zwei genannten Podcast-Formate integrieren.
  • Weiterbildung: Für Wissensmanagement ist das Geschriebene das Medium Nummer eins. Aber nur, wenn es ums Dokumentieren und Speichern geht. Bei der Vermittlung sieht es anders aus: Lesefaulheit und Zeitmangel machen es Mitarbeiter*innen oft unmöglich, Neues zu ihrem Fachbereich zu lesen. Sinnvoll redaktionell aufbereitete Podcast-Folgen können in aller Kürze einen Überblick verschaffen. Freilich ersetzen Podcasts zur Weiterbildung Schriftliches nicht 1:1, aber sie verstehen sich als schlagkräftige Ergänzung. Und der auditive Lerntyp kommt auch auf seine Kosten.

Der mit dem Mikrofon tanzt

Eines Vorweg: Der CEO muss sich nicht täglich via Podcast an seine Mitarbeiter*innen wenden. Sind wir ehrlich, das wäre kontraproduktiv. Je nach Format des Mitarbeiter-Podcasts geht es um einen ausgewognen Mix aus Gesprächspartner*innen („Studio-Gästen“) aus unterschiedlichen Bereichen sowie hierarchischen Ebenen.

Profi-Tipp: Vergessen Sie nicht, auch mal eine*n „einfach*e Arbeiter*in“ zu Wort kommen zu lassen. Sie werden sich wundern, wie oft diese Folge gehört wird!

Als Interviewer*in bzw. Moderator*in kann man als Unternehmen auf professionelle Moderator*innen setzen. Authentischer aber ist es, wenn diese Rolle intern vergeben wird. Wie wäre es mit jemandem aus der Unternehmenskommunikation oder aus dem Marketing? Sie finden bestimmt eine*n eloquente*n Mitarbeiter*in, der*die jetzt schon insgeheim auf diese Rolle wartet.

Bleibt noch die Frage nach der optimalen Länge von Podcast-Folgen: So lang wie nötig, so kurz wie möglich. Ein einstündiger CEO-Monolog stößt auf weniger Gegenliebe als ein 15-minütiger Talk zwischen zwei Mitarbeitenden. Eine Viertelstunde sitzt fast jede*r täglich in der Bahn oder Auto – und genau dort werden Podcasts ohnehin am liebsten gehört.

So viel Aufwand ist ein interner Podcast

Stellen Sie ein mehrköpfiges Podcast-Team im Unternehmen zusammen, planen Sie mehrere Besprechungsrunden zu Themenfindung, Themenplanung, Setting, Tonalität und Workflow. Je nach Kompetenzen im eigenen Haus werden Sie womöglich Hilfe bei der Entwicklung des Sounddesigns benötigen.

Für die Produktion der Podcast-Folgen ist neben dem technischen Equipment auch die redaktionelle Vorbereitung notwendig. Abhängig von Länge und Inhalt benötigt eine Podcastfolge zwischen einem halben und zwei Tagen Arbeit. Und schlussendlich müssen Unternehmen unterscheiden, wie viel sie inhouse erledigen und wie viel Punkte der Podcast-Konzeption und -produktion sie auslagern. Empfehlenswert ist die Aufnahme und Produktion einer Testfolge.

Stefan Tesch ist Full-Service-Podcast-Anbieter aus Österreich. Der ehemaliger Wirtschaftsjournalist konzipiert, moderiert und produziert Corporate Podcasts für die interne sowie externe Kommunikation quer durch alle Branchen. Mehr unter www.stefantesch.at 

Interesse geweckt?
Am 17. April 2024 hält er auf unser ACTION-Konferenz in Wien einen Workshop zum Thema Corporate Podcasts.

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