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Toolbox-Kolumne, Teil 16: Achten Sie auf sich selbst – Selbstfürsorge in rauen Zeiten

Achten Sie auf sich selbst – Selbstfürsorge in rauen Zeiten
Bild: pixabay

Corona-Krise, Krieg in der Ukraine, Klimawandel – der Wellengang ist hoch. Schaffen Sie es, neben den aktuellen Anforderungen der internen Kommunikation auf sich zu achten? Wer anderen Orientierung, Unterstützung und vielleicht auch Trost bietet, sollte dabei sich selbst und das eigene Energielevel im Blick haben.

Tun Sie sich also etwas Gutes. Für diese Selbstfürsorge stelle ich Ihnen drei Mini-Methoden vor. Sie brauchen kein Material, keine Kenntnisse und kaum Zeit. Sie können sie über den Tag verteilt anwenden. Und sie eignen sich auch gut im Team, z. B. als Check-In oder als Pause.

1. Mini-Methode: Frohsinn-Induzierer

Den Namen „Frohsinn“ finde ich herrlich altmodisch, und er lässt mich schmunzeln. Sollte er Ihnen in diesen Zeiten zu fröhlich erscheinen, wählen Sie einen anderen Namen. Aufmerksamkeits-Induzierer passt zum Beispiel auch. Denn darum geht es: die Aufmerksamkeit bewusst auf positive Dinge lenken und aus dem negativen Gedankenkarussell aussteigen.

Der Frohsinn-Induzierer nutzt dafür zwei Fragen, die es zu beantworten gilt:

  • Was gefällt Ihnen in diesem Augenblick am besten?
  • Was verdient gerade Ihre besondere Aufmerksamkeit?

Diese Übung geht superschnell und schult die positive Wahrnehmung. Stellen Sie sich einen Timer, um regelmäßig an diese Fragen erinnert zu werden. Nehmen Sie sich dann bewusst eine Pause von zwei, drei Minuten, um Kraft zu tanken.

Der „Frohsinn-Induzierer“ stammt übrigens aus dem Buch von Natalie Ölsböck „Meine kleine Seelenwerkstatt – 50 hilfreiche Tools für Gelassenheit und Lebensfreude“. Es ist seit Jahren ein inspirierender Begleiter meiner Coachingpraxis.

2. Mini-Methode: Power Posen

Die Wirkung von Power Posen kannte ich schon länger. Auf den Ted Talk der amerikanischen Sozialpsychologin Amy Cuddy bin ich erst kürzlich gestoßen. Sie beschreibt die stressreduzierende Wirkung von Power Posen. Schon nach zwei Minuten in einer dieser Körperhaltungen wird der Stresslevel reduziert und das Gefühl der Selbstwirksamkeit steigt. Diese Wirkung wird von einigen Wissenschaftler*innen zwar angezweifelt, mir gefallen die Methoden dennoch. Und die Wirkung lässt sich schnell selbst ausprobieren.

Es gibt eine große Auswahl an Haltungen, aus denen ich diese beiden ausgewählt habe:

  • Setzen Sie sich entspannt auf Ihren Stuhl, lehnen Sie sich zurück und verschränken Sie Ihre Hände hinter Ihrem Kopf. Bleiben Sie so und atmen Sie für die nächsten zwei Minuten bewusst und ruhig.
  • Stellen Sie sich stabil und entspannt hin und stemmen Sie Ihre Hände in die Hüften. Achten Sie darauf, dass Ihre Ellenbogen nach außen zeigen. Bleiben Sie auch hier mindestens zwei Minuten in der Haltung.

Spüren Sie jeder Pose nach, ob und wie sich Ihr Körpergefühl verändert hat. Gibt es eine positive Veränderung? Fühlen Sie sich gestärkt? Dann wiederholen Sie sie über den Tag verteilt.

3. Mini-Methode: Schnauben wie ein Pferd

Wie bei den beiden anderen Methoden auch ist hier die Idee: raus aus dem Kopf, rein in den Körper. Durch diese bewusste Körperwahrnehmung wird das Gedankenkarussell gestoppt. Besonders gut nehmen wir unseren Körper wahr, wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf unsere Atmung lenken. In dieser Übung wird die Atmung sogar noch übertrieben: Sie werden wie ein Pferd schnauben.

Wer Pferde beim sogenannten Abschnauben beobachtet, sieht, dass sie stoßweise durch ihre Nüstern ausatmen. Ein lautes prustendes Geräusch entsteht, bei dem die Lippen vibrieren. Versuchen Sie es genauso: Lassen Sie Ihre Lippen und Ihren Kiefer locker und atmen Sie prustend und blubbernd aus – kraftvoll und laut. Die Wirkung ist verblüffend. Und komisch dazu – Lachen ist (fast) garantiert.

Diese Übung habe ich in dem Buch „Nur Mut! – Das kleine Überlebensbuch“ von Claudia Croos-Müller gefunden. Auch ein jahrelanger Wegbegleiter. Es ist lesenswert und eine schöne Geschenkidee, falls jemand in diesen Zeiten besondere Unterstützung braucht.

Take selfcare!

Egal, ob Ihnen eine dieser drei Methoden zusagt oder Sie andere Möglichkeiten im Alltag gefunden haben: Achten Sie regelmäßig auf sich. Und holen Sie sich rechtzeitig Hilfe, wenn Sie nicht mehr allein aus dem Hamsterrad kommen.

Viel Energie und Vergnügen beim Ausprobieren.

Ulrike Führmann berät und begleitet Unternehmen und Organisationen auf ihrem Weg zu einer wirkungs- und sinnvollen internen Kommunikation, zur Veränderungs- und Teamkommunikation sowie zur Organisationskultur. Sie ist zertifizierte PR- und Change-Managerin, systemische Organisationsentwicklerin (SG) und systemische Supervisorin und Coach (DGSv/SG). Für den INKOMETA-Award für erfolgreiche interne Kommunikation sitzt sie in der Finaljury. Zusammen mit Klaus Schmidbauer hat sie die Praxisbücher „Interne Kommunikation mit Weitblick“ und „Wie kommt System in die interne Kommunikation?“ veröffentlicht. Regelmäßig schreibt sie auf ihrem IK-Blog zu Trends und Themen der internen Kommunikation.

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