Woran denken Sie bei „modernen Arbeitswelten“? Denken Sie an moderne Bürogebäude mit offenen Büros, Meeting-Lounges und Arbeiten im Café? Oder denken Sie an grenzenloses Arbeiten, ständige Erreichbarkeit und permanenten Stress?

Neue Arbeitswelten erzeugen viele Bilder im Kopf. Bei einigen Menschen sprechen sie die tiefsten Wünsche und Sehnsüchte an, bei anderen rufen sie eher Befremdung und Unbehagen hervor. So verschieden die Bilder auch sind, es gibt eines, was alle eint: Sie drehen sich nicht um irgendwelche Software-Lösungen, sondern um eine neue Art des Arbeitens.

Das Vorhaben zur Einführung moderner Arbeitsweisen beginnt in der Regel nicht mit der Entscheidung, eine IT-Lösung einzuführen. Den eigentlichen Anstoß über neue vernetzte Arbeitsumgebungen nachzudenken, liefern die Veränderungen, denen Unternehmen ausgesetzt sind und für die sie neue Arbeitsformen benötigen. Die Bereitstellung von modernen IT-Werkzeugen ist nie Selbstzweck, sondern ein Mittel, um die neuen Anforderungen besser zu erfüllen.

Doch welches sind die neuen Anforderungen, die auf Organisationen einströmen und tiefgreifend genug sind, um die Arbeitsweisen von Menschen grundlegend zu verändern?

Alles ist im Wandel

Die Zeiten, in denen man als schwergewichtiger Tanker erfolgreich war, sind vorbei. Immer mehr Unternehmen fällt auf, dass die Erfolgsprinzipien von früher nicht mehr zuverlässig funktionieren. Agile Organisationen und Netzwerkstrukturen sind das Organisationsmodell der Zukunft. Mit der richtigen IT-Umgebung und einer passenden Unternehmenskultur gelingt der Wandel vom Tanker zum flexiblen Schnellboot.

Effizient und trotzdem innovativ

Effizienz- und Innovationsdruck sind zwei ganz markante Beweggründe, um sich mit vernetzten und kollaborativen Arbeitsumgebungen auseinanderzusetzen. In vielen Unternehmen herrscht noch das klassische Silodenken vor. Soziale Technologien schaffen Möglichkeiten für völlig neuartige Synergieeffekte: Sie können Prozesse verschlanken, Wissen und Ideen sichtbar machen, und sie machen das effektive bereichs- und unternehmensübergreifende Arbeiten auf einfache Weise möglich.

Die große weite Welt

Immer mehr Unternehmen wagen den Weg in global agierende Märkte. Internationale Vertriebsstrukturen, neue weltweite Standorte oder internationale Kooperationsnetzwerke bringen gleich mehrere neue Herausforderungen mit sich. Dafür braucht es Lösungen, welche die Menschen verbinden und den Austausch sowie die Zusammenarbeit praktikabel gestalten. Moderne Kollaborations- und Kommunikationslösungen schaffen dafür optimale Voraussetzungen.

Alles dreht sich um den Mitarbeiter

Flexible Arbeitsmodelle stehen hoch im Kurs. Unternehmen, die hier die richtigen Angebote entwickeln, schaffen gute Voraussetzungen, um für Leistungsträger in verschiedenen Lebensphasen ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Mit einer vernetzten Arbeitswelt und der dazugehörenden Vertrauenskultur entstehen schnell inspirierende Arbeitsumgebungen.

Wissen retten vor der Demografiefalle

Unternehmen bekommen den demografischen Wandel immer stärker zu spüren. In den nächsten Jahren scheidet eine große Welle von Mitarbeitern altersbedingt aus Unternehmen aus. Hier sind moderne Lern- und Wissensmanagement-Systeme gefragt, die den virtuellen Austausch von Erfahrungswissen unterstützen und dieses einfach und flexibel zur Verfügung stellen, wenn es konkret gebraucht wird. Moderne Arbeitsplattformen bieten aber auch das Potenzial, Abläufe zu verschlanken und den oft zitierten Fachkräftemangel auch dadurch ein wenig abzufangen.

Neue Arbeitswelt – mehr als ein IT-Projekt

All diese Herausforderungen bewegen immer mehr Unternehmen zu der strategischen Entscheidung, moderne soziale Plattformen einzuführen. Typischerweise werden damit folgende Erwartungen verbunden:

  • Austausch fördern, damit Informationen schneller an der richtigen Stelle ankommen
  • Wissen und Experten besser auffindbar machen, um schneller gute Lösungen für komplexe Probleme zu finden
  • Zusammenarbeit und Workflows so unterstützen, dass sie wesentlich effizienter ablaufen
  • flexible Lernumgebungen fördern, damit die Mitarbeiter Wissen aufnehmen, wenn sie es wirklich benötigen und ihr Erfahrungswissen wiederum der Organisation zugute kommen lassen
  • moderne Informationskanäle bereitstellen, um alle Mitarbeiter schneller über wichtige Informationen auf dem Laufenden zu halten
  • Wissensweitergabe fördern und neue Mitarbeiter schnell einarbeiten

Leider begegnet man in der Praxis immer wieder der Tendenz: Sobald eine IT-Lösung eingeführt werden soll, wird das Vorhaben auf ein IT-Projekt reduziert. Bei Entscheidern steigt aus schlechten Vorerfahrungen allerdings merklich das Bewusstsein, dass die Einführung moderner IT-Umgebungen kein Selbstläufer ist und dass es einer sorgfältigen Einführung bedarf, damit die Investition sich auszahlt.

Eine soziale Zusammenarbeits- und Kommunikationsplattform macht nur Sinn, wenn sie lebt. Wenn sie also viele aktive Nutzer hat, die nicht nur konsumieren, sondern auch Informationen und Wissen teilen. Von dieser Selbstverständlichkeit sind viele Unternehmen kulturell und organisatorisch heute noch weit entfernt. Es ist also mühsame Aufklärungs- und mutige Pionierarbeit erforderlich.

Man kann den Wandel in die moderne Arbeitswelt dosiert in verträglichen Schritten gestalten – als Projektverantwortliche oder Entscheider haben Sie die Gestaltungsmöglichkeiten in der Hand. Es gibt nicht den einen richtigen Weg, aber es gibt Leitplanken, die es Ihnen leichter machen, selbst in Ihren Weg zu vertrauen und sich entsprechend selbstbewusst auch in Ihrer Organisation dafür einzusetzen.

Dies ist ein Auszug aus dem neuen Fachbuch “Willkommen in der neuen Arbeitswelt”, das im Mai bei der SCM erschienen ist.

Unter dem Motto „So erwecken Sie ein Social Intranet zum Leben“ erläutern die drei Autorinnen Steffi Gröscho, Dr. Claudia Eichler-Liebenow und Regina Köhler, wie die erfolgreiche Einführung einer modernen Plattform für Kommunikation und Zusammenarbeit im Unternehmen gelingen kann.