Ellen Löffler von BILLA AG erläutert, wie man in Zeiten der digitalen Transformation, mit Hilfe von Mitarbeiter-Apps eine aktive Community schafft.

Die interne Unternehmenskommunikation ist seit Jahren einem kontinuierlichen Wandel unterworfen. Einerseits spielen Ziele wie Information, Motivation und Identifikation im typisch klassischen Medienportfolio wie Printmagazinen, Broschüren, Intranet und Events nach wie vor eine wesentliche Rolle. Denn gerade in Veränderungsprozessen ist es unabdinglich, die Mitarbeiter inhaltlich abzuholen, Orientierung zu bieten sowie Vertrauen und Sinn mit auf den Arbeitsweg zu geben. Andererseits ist die Bedeutung der internen Kommunikation darüber hinaus gestiegen – weg von der sogenannten „Hofberichterstattung“ – eine aktive, eigenständige Funktion zu entwickeln. Diese bietet Mitarbeitern Möglichkeiten des digitalen Austausches und schafft Plattformen für interaktive Dialogprozesse. Für uns galt es also, die Chancen der Digitalisierung für unsere rund 19.000 Mitarbeiter, verteilt auf über 1000 dezentrale Standorte, zu nutzen und ein komplett neues Medienverständnis zu generieren. Mitarbeiter sind somit Rezipienten, aber genauso auch selbst aktive Botschafter und Kommunikatoren. Mit unserer Mitarbeiter-App, die wir im Mai 2017 gelauncht haben, ist es uns gelungen, eine aktive BILLA Community zu schaffen.

Herzlich willkommen App in unserem Medienorchester!

Unsere Mitarbeiter haben unterschiedlichen Zugriff auf unsere Medien und auch ganz unterschiedliche Bedürfnisse – diesen haben wir uns mit der Implementierung einer freiwilligen Mitarbeiter-App in unserem Medien-Mix gestellt. Nämlich Inhalte kurzfristig zur Verfügung zu stellen und einen interaktiven Rückkanal mit Like- und Kommentierfunktion sowie Direktkontakten zu bieten. Nach nur einem Jahr nutzen mehr als die Hälfte unserer Mitarbeiter die App, die in unser firmeninternes CMS eingebettet ist, laufend – zurückzuführen ist dies sicherlich auf das breite Angebot. Im Vordergrund steht für uns, unsere Mitarbeiter mit aktuellen News zu versorgen, über Benefits und Aus- und Weiterbildung zu informieren und die Teilnahme an Umfragen wie z.B. unserem Stimmungsbarometer oder dem Ideenreich einfach zu ermöglichen. Besonderes Highlight ist der persönliche Dienstplan jedes Einzelnen, der orts- und zeitunabhängig einsehbar ist.

Planung einer Chatfunktion

Wir sind gerade erst in Planung einer Chatfunktion – sehr spannend jedoch, dass unsere Mitarbeiter bereits vorab die Kommentarfunktion für den Austausch untereinander „entdeckt“ haben – so lernen wir von unseren Mitarbeitern, was sie brauchen und lassen diese Erkenntnisse in unsere Medienent- und weiterentwicklung einfließen. Seit nunmehr zwei Jahren sind wir nun zusätzlich dabei, Infomonitore in unseren Mitarbeiter-Räumlichkeiten zu installieren. Hier haben vor allem kurze Arbeitsinputs ihren Platz, jedoch auch Neuigkeiten, die wir mehrkanalig anbieten und die dann eben über das eine und/oder andere Medium aufgenommen werden können. Dadurch entstehen klarerweise Redundanzen, damit aber auch mehr Sicherheit, dass Botschaften – je nach Uservorlieben – besser bei der Zielgruppe landen.

Print goes online goes Print

Trotz dem Trend zur Digitalisierung haben auch nach wie vor gedruckte Formate in unserer internen Unternehmenskommunikation ihre Daseinsberechtigung. Gerade für ausführlichere Information sowie das intensivere Darstellen von Hintergründen eignen sich nach wie vor Printmedien am besten. Auch das gute alte Wandplakat erlebt je nach Thema immer wieder ein Revival. Wichtig ist für uns, dass wir Print und Digital untereinander mit Verweisen verbinden und damit die Quernutzung mobilisieren. Last but noch least gilt es einmal mehr zu proklamieren, dass gerade bei der internen Kommunikation nichts über die persönliche face-to-face Kommunikation von Mitarbeiter zu Mitarbeiter und Vorgesetztem zu seinen Teams geht. Der persönliche Kontakt ist gerade in einer volatilen Welt von immenser Bedeutung und fördert Vertrauen und Offenheit im Dialog – Werte, die in unserem Unternehmen hochgehalten werden.

Ellen Löffler leitet seit 2010 die Interne Kommunikation bei BILLA in Österreich, ein Unternehmen der REWE International AG. Neben der Mitarbeiter- und Führungskräftekommunikation begleitetet sie gemeinsam mit ihrem Team Strategie- und Veränderungsprojekte und treibt die Digitalisierung der internen Medien voran. Bei BILLA verantwortete sie davor unter anderem die CP-Anzeigenakquise, das Kindermagazin sowie diverse Projekte im Kundenclub. Die promovierte Germanistin, Kommunikationskauffrau und Employer Brand Managerin war zunächst nach ihrem Studium als Werbetexterin und Account Managerin in Agenturen sowie als Journalistin in einem Verlag tätig.

Ellen Löffler

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