Hearts and Minds Microsoft

Der Tag stand im Zeichen des Netzwerkens – bei mindestens 5.039.890 gewechselten Worten kann man das durchaus bestätigen. Knapp 250 interne Kommunikationsexpert*innen aus 150 verschiedenen Unternehmen kamen am 21. Februar in der Deutschlandzentrale von Microsoft in München zusammen. Auch wir waren beim Hearts and Minds Barcamp vor Ort und haben viele Eindrücke mit zurück nach Berlin genommen.

Eines der Netzwerk-Highlights des Barcamps: der Barcamp-Buddy. Durch kleine Emoticons auf den Namensschildern, von denen es immer genau zwei gab, hatte jede*r einen Barcamp-Buddy, den es während des Tages zu suchen galt. Und dann war da noch das Alpaca Fred – der Feelgood-Manager, aber der Reihe nach…

Von Enablement und Digitalisierung – Expert*innen eröffnen den Tag

Hearts and Minds Bianca BauerZunächst stimmte Gastgeberin und Initiatorin des Barcamps Bianca Bauer, Leiterin der internen Kommunikation bei Microsoft Deutschland, mit einer Begrüßung und ein paar ersten spannenden Impulsen auf den Tag ein. Dabei erfuhren die Teilnehmenden, warum sie ihren Traum von einem Barcamp rund um die interne Kommunikation unbedingt wahr werden lassen wollte. Zum einen machte sie deutlich, dass intern heutzutage gar nicht mehr nur intern ist, sondern sich die interne Kommunikation viele Berührungspunkte mit externer Kommunikation teilt. Interne Themen können und sollten Mitarbeiter*innen als Employee Ambassadors nach außen kommunizieren. Zum anderen betonte sie die Kraft der Gemeinschaft und die Tatsache, dass es sehr hilfreich ist, ähnliche Hürden und Herausforderungen mit Gleichgesinnten zu teilen. Das Format eines Barcamps, welches vom Engagement aller Beteiligten lebt, ist daher der ideale Rahmen. Bianca Bauer übergab das Mikrofon dann an die Teilnehmer*innen des hochkarätig besetzten Eröffnungspanels.

Hearts and Minds – Panel

Anhand verschiedener Thesen und unterfüttert von aktuellen Studienergebnissen begaben sich Birgit Ziesche (Henkel), Nina Burmester (OTTO Group), Jörg Riedle (TÜV SÜD), Sascha Pallenberg (Daimler) und Thomas Mickeleit (Microsoft) unter Leitung von Philipp Bahrt (SCM) auf die Suche nach den neuesten Trends für die interne Kommunikation. Welche Veränderungen zeichnen sich für die Zukunft ab? Welchen Stellenwert hat Enablement? Wie wichtig ist Dialog? Und welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf analoge Kommunikationsformate?

„Kommunikation ist immer ein Senden und Empfangen“, sagt Nina Burmester. Interne Kommunikation, so folgern wir, kann also nicht funktionieren, wenn immer nur eine*r redet. Dialog ist das Stichwort – denn ohne Dialog entsteht keine echte Kommunikation. Zudem wolle man als Manager*in nicht mehr (nur) top-down kommunizieren, sondern alle Mitarbeiter*innen sollten untereinander reden, so Jörg Riedle. Mit diesen Worten spielt Riedle nicht zuletzt auf die Tatsache an, dass Mitarbeiter*innen sich in Zeiten von Social Media und Vertrauensverlust in Eliten zunehmend horizontal orientieren – der Einfluss von Meinungsführer*innen unter den Kolleg*innen wächst (hierzu siehe auch Richard Edelmann).

Trend zum Corporate Influencer verändert Aufgaben der internen Kommunikation

Hearts and Minds – Panel

Doch Dialog ist nicht nur sinnvoll für das Unternehmen und seine Ziele. Kommunikation zu befördern, heißt Wertschätzung zu zeigen. „Ich halte es für eine Form der Wertschätzung, Kolleg*innen die Möglichkeit zu geben, sich zu äußern.“, bestärkt Sascha Pallenberg. Zudem würden auf diese Weise Mitarbeitende zu Botschafter*innen ihres Unternehmens – sie treten mit ihren Interessen und ihrer Begeisterung nach außen. Intern und extern nähern sich, so Pallenberg, einander immer mehr an.

Dies beeinflusst auch die Arbeit der internen Kommunikation, die sich an die neuen Gegebenheiten anpassen muss. „Für die Zukunft sehe ich diese zentralen Aufgaben bei der internen Kommunikation: Inhalte verbreiten, Pressesprecher und Enabler für Kolleg*innen als Markenbotschafter*innen sein sowie in die Rolle eines Advisors schlüpfen, der das Management befähigt, Entscheidungen zu treffen.“, zählt Thomas Mickeleit auf.

Zeitgemäßer Medienmix: Digital und persönlich gehen Hand in Hand

Hearts and Minds – PanelMitarbeiter*innen sollten immer mehr dazu befähigt werden, meinungsstärker zu werden und Themen, die sie bewegen, mit anderen – sowohl intern als auch extern – zu teilen. In diesem Zusammenhang spielt die Digitalisierung der internen Kommunikation eine große Rolle. Immer größer wird der Wunsch, über Chats, Social Intranets und soziale Netzwerke zu kommunizieren. Dies zeigt auch der Trendmonitor Interne Kommunikation 2019, eine Studie von SCM und Staffbase: Interessant ist etwa, dass mobile Apps zwar von 84% der befragten Kommunikator*innen für wichtig erachtet werden, sie jedoch gegenwärtig noch eine geringe Nutzung aufweisen. Eine weitere Aufgabe – und auch Chance – für die interne Kommunikation.

Die Digitalisierung ruft jedoch noch eine ganz andere Tendenz hervor, die man auf den ersten Blick nicht erwarten würde. „Je mehr digitale Kommunikation stattfindet, desto stärker ist das Bedürfnis, meine digitale Gesprächspartner*in auch persönlich kennenzulernen“, sagt Thomas Mickeleit – und bricht damit eine Lanze für die analoge Kommunikation. Der persönliche Austausch wird also gerade durch die Digitalisierung befördert und seinen hohen Stellenwert für die Kommunikation somit auch zukünftig behalten. Damit schließt sich der Kreis des perfekten Medienmixes: Digital und persönlich gehen Hand in Hand.

Was all diese Punkte in gewisser Weise vereint, ist das Thema Haltung. „Wir müssen die Leute dazu bringen, Haltung zu zeigen.“, bekräftigt Birgit Ziesche. Denn sie ist der Schlüssel zu unserem Tun; der Kompass, der den Weg weist.
 

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Aktiver Austausch in bis zu 50 Barcamp-Sessions spiegelt Vielfalt der internen Kommunikation

Nach Ende des Panels und Vervollständigung der Barcamp-Agenda mit einer bunten Mischung an Vorschlägen aus dem Publikum ging es in die erste von acht Barcamp-Runden. Auch die SCM war mit einer eigenen Session vertreten: In einem lockeren Austausch mit den Teilnehmer*innen beleuchteten wir das Thema Haltung. Unser Ziel war es, das abstrakte Buzzword greifbar machen und seinen Sinngehalt auf die Praxis beziehen. Unter den Teilnehmenden entwickelte sich in kürzester Zeit eine rege Diskussion. Haltung, so unser Fazit, bleibt zwar ein abstraktes Wort, aber die Diskussion hat gezeigt: Für zeitgemäße Kommunikation ist es unabdingbar, sich damit auseinanderzusetzen und sich immer wieder auf die tiefgreifende Bedeutung des Konzeptes zu besinnen.

Hearts and Minds – Panel

Das Angebot der Sessions war riesig und deckte ein breites Spektrum an Themen ab, die mal mehr und mal weniger eng in Verbindung mit der internen Kommunikation stehen. Von Kulturwandel, Kommunikationsformaten und Digitalisierung über Fehlerkultur, Diversity und Videoproduktion bis hin zu Fridays for Future und gendersensible Sprache galt es, eigene Ideen einzubringen und Impulse von Anderen mitzunehmen. So wurde etwa konstatiert, dass es für Themen wie Diversity unbedingt das Engagement und den Rückhalt aus der Führungsebene braucht. Zudem haben wir gelernt, dass sich die Verbreitung von Kommunikationsinhalten und Innovationen gar nicht so sehr vom epidemiologischen Modell einer Virusinfektion unterscheidet.

Der Tag endete so wie er startete – mit vielen Möglichkeiten zum Netzwerken, spannenden Impulsen von Expert*innen und interessanten Gesprächen rund um die interne Kommunikation, plus ca. 250 neuer Kontakte auf der hauseigenen Microsoft-Plattform LinkedIn. Ganz zu schweigen vom kulinarischen Angebot, Fotoerinnerungen aus der Photobox und einem individualisierten, echt Münchner Brotzeitbrettl. Mit vielen neuen Eindrücken, Inputs und Anregungen ging es für uns zurück nach Berlin. Es war ein rundum gelungener Tag mit „Hearts and Minds“.

Das Netzwerken geht weiter!

Bei unserem INKOMETA-Award am 5. Mai kommt die interne Kommunikationsbranche erneut zusammen, wenn die besten und erfolgreichsten IK-Projekte auf einem feierlichen Gala-Abend ausgezeichnet werden. Direkt im Anschluss, am 6. Mai bieten wir Ihnen auf der 25. Tagung Interne Kommunikation unter dem Motto „Neue Rahmenbedingungen, Strategien und Formate“ jede Menge Know-how aus der Praxis und wertvolle Impulse für die tägliche Arbeit. Wir freuen uns auf neue und bekannte Gesichter!

Über die Autor*innen

Désirée Böhm arbeitet bei der SCM – School for Communication and Management als Redakteurin zu verschiedenen Themen rund um die interne und externe Kommunikation. Zudem betreut Sie das internationale Themengebiet Interne Kommunikation und organisiert verschiedene Veranstaltungen.
Sie studierte hispanoamerikanische Literaturwissenschaften und Germanistik.

 

interne Kommunikation Gesundheit

Philipp Bahrt verantwortet bei der SCM – School for Communication and Management in Berlin den Themenbereich Interne Kommunikation. Er ist Chefredakteur des Fachmagazins „BEYOND“ und arbeitet im Rahmen von Vorträgen, Fachbeiträgen und Studien zu verschiedenen Themen rund um die digitale Transformation und ihre Bedeutung für die organisationsinterne Zusammenarbeit. Der studierte Diplom-Volkswirt interessiert sich besonders für die Schnittstellen von effizienten Organisationsstrukturen und wertschätzender, einbeziehender Kommunikation.

 

Bebilderung: Microsoft

interne Kommunikation Gesundheit

Sind Sie auf der Suche nach gelungenen Beispielen für interne Kommunikation? Dann besuchen Sie die Tagung Interne Kommunikation der SCM am 6. Mai in Köln unter dem Motto „Interne Kommunikation in Bewegung: Neue Rahmenbedingungen, Strategien und Formate“.

Zur Tagung Interne Kommunikation

… und hier geht es zum Gesamtprogramm der SCM – School for Communication and Management.

Zum Gesamtprogramm